Süß hin oder her – irgendwann reicht‘s!

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Ich als Tier- und Katzenliebhaber hab mich ja riesig gefreut, als ich bei unsrer Ankunft im Volo-Bungalow meine einjährige Hauskatze (von den Vorgängern) genannt „Scary“ auffinden durfte (ich vermute der Name kommt aufgrund ihres schreckhaften Gesichtsausdrucks – darüber, ob den Tiere überhaupt besitzen lässt sich streiten, aber ich schreibs jetzt einfach mal so).
Doch die Zeit vergeht und aus einer Katze wurden drei und aus drei sechs. Da war „abspecken“ angesagt! Der verantwortliche Kater für diese Katzenmassenproduktion von 5 weiteren Weibchen ist übrigens weder je vorbeigekommen noch sonst irgendwann gesichtet worden. Nach meiner eingehenden Biologieausbildung in den letzten 8 Schuljahren Gym kann ich allerdings so viel sagen: Wenn ein Katzenbaby schwarz ist, ist es der Vater vermutlich auch!
So, wo war ich nun stehengeblieben? Ach ja, abspecken. Wir haben uns schon nach dem ersten Wurf überlegt eines der beiden Kätzchen zu verschenken, doch irgendwie kam es nie dazu. Doch scheinbar haben unsre heißgeliebten Nachbarsziegen (auf die ich später noch zu sprechen komme) mitbekommen, dass wir eine Katze loswerden wollten. Eines Abends gab es vor unserem Haus ein lautes Kreischen, Ziegengerenne und eines der beiden nun schon ausgewachsenen Katzenjungen kam, die Hinterbeine hinter sich herschleifend, ins Bungalow gekrochen.
Was tut man nun mit einer Katze die ihre Hinterbeine nicht mehr bewegen kann? Tierarzt gibt es in dem Sinn ja keinen. Wir haben uns erst einmal für Abwarten entschieden, bevor wir ihrem Leiden ein Ende setzen wollten. Und siehe da: In den nächsten Tagen und Wochen konnte sie mehr und mehr ihre Hinterbeine bewegen und heute ist sie wieder auf allen vier Pfoten (wobei ein Hinterbein noch etwas krumm zu sein scheint, aber das kriegt sie sehr gut hin).
Ende gut alles gut? Nein, kurz darauf warf unsre sexsüchtige Scary die (oben schon erwähnten) drei weiteren Kätzchen. Da musste etwas unternommen werden! Gesagt getan: die lädierte Katze wohnt nun bei den Lehrern, etwas weiter fern von Ziegen, ein Katzenbaby haben wir einer ehemaligen Schülerin vorbeigebracht und die zwei anderen sind auch schon vergeben (und warten auf ihren Export).
Wer also gut mitgedacht und –gerechnet hat weiß, dass nun nur noch Big Mama Scary und eines ihrer ersten Kindern übrig sind. Und schon wird uns weniger weggegessen, es stinkt nicht mehr nach Katzenausscheidungen und die Wahrscheinlichkeit, im Dunkeln auf eine Katze zu treten hat sich auch stark reduziert. Jetzt machen neben uns Volontären nur noch zwei weitere Tierchen Dreck, was eine gute Überleitung zu unsren heiß geliebten Nachbarsziegen hervorbringt.
Auch diese haben sich im Laufe der vergangenen Monate radikal vermehrt und beehren uns ständig mit ihren wohltuhenden, flatulenten Düften, lautem Geschrei (vor allem wenn sie nachts einander beiwohnen) und (meiner Meinung nach) absichtlich vor unsrer Haustüre platzierten Ausscheidungshäufchen. Was aber das schlimmste an der Sache ist: Mir schmeckt Ziege nicht sonderlich gut, von daher hab ich nicht mal viel davon sie umzubringen (was nicht bedeutet, dass ich nicht schon einige Attentate geplant hatte 😉 ).
Was sich in einer Light-Soup besser macht, aber mir lebendig auch ziemlich auf den Wecker geht (und zwar wortwörtlich) ist Chicken. Wobei ich in dem Fall speziell die Herren der Schöpfung anspreche. Ich weiß ja nicht wie das in Österreich ist, weil da die Hühner und Hähne nicht frei herumlaufen (frei nicht im Sinne von Freilandhühnern sonder wirklich frei, sprich rund ums Haus und weiter), aber ghanaische Hähne scheinen ein massives Problem mit ihrem Zeitgefühl zu haben. Beim krähen des Hahns geht die Sonne auf? Not in Ghana, my friend. Egal ob man gerade beim Frühstück-, Mittag-, oder Abendessen sitzt, in der Schule ist, oder abends mal etwas länger aufbleibt, die Hähne schaffen es rund um die Uhr zu krähen. Und fängt einer erst mal an, machens ihm alle anderen in einem Radius von geschätzten 500 Metern nach.
So ein bisschen Krähen ist nicht weiter schlimm? DOCH, um drei Uhr nachts von einem Hahn der vor deinem Fenster kräht geweckt zu werden ist schlimm!!!
Aber naja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mich hat in Österreich meine Katze geweckt, wenn sie der Zimmertüre miaut hat und nach ein paar Monaten Ghana hab ich es auch geschafft ab und zu das nächtliche Bushkonzert rund um unser Haus zu überschlafen.

Zum Abschluss möchte ich kurz weg von der Tierwelt und noch ein zwei Sätze schreiben:
Es ist möglich, dass meine Blogeinträge den Eindruck vermitteln, ich mache in Ghana nichts anderes als Urlaub. Aber es ist nun mal so dass es sich über andere Dinge leichter schreibt als über die Arbeit und den Alltag in der Schule, ich hoffe das versteht ihr. Von Freunden an der Uni lese ich auf Facebook auch nichts anderes als Freizeitaktivitäten oder Freudensausbrüchen sobald die Uni aus ist, nur mal so als Beispiel.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen angenehmen Samstag Abend. Ich freu mich jetzt auf ein gutes samstägliches Abendessen bei den Salesianern.

PS: Die Bilder sind alle Tierbilder die ich jetzt auf die Schnelle gefunden hab.

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