Happa Happa in Ghana!

Nach vermehrten Anfragen kommt jetzt endlich mal der Blogeintrag über all die kulinarischen Spezialitäten, die Ghana so zu bieten hat. Da ich allerdings meine Kamera sehr selten zum Essen mitnehme, gibts leider nicht so viel Anschauungsmaterial, die dem ganzen etwas mehr pfiff verleihen würden. Aber wens intressiert, kann den Spaß den ich hier von mir gebe auch gerne nochmal nachgooglen und sich Bilder anschauen (oder ihr wartet bis ich wieder zurück bin und dann koch ich euch was). Also dann, viel Spaß.

Vorab möcht ich anmerken, dass ich – auch wenn ich in Afrika bin – nicht an Hunger leiden muss. 😉 Ich esse eigentlich mehr als zu Hause, weil mir das Local Food einfach richtig gut schmeckt.

Anfangen möcht ich mit Fufu, weil das einfach DAS Lieblingsgericht der Ghanaen ist. Am besten lässts sich vermutlich mit Kartoffelbrei vergleichen (zumindest von der Konsestenz her; der Geschmack is a bissl anders). Gemacht wird der Spaß aus Kochbananen (Planten) und Casavas. Die muss man zuerst kochen und dann zu a klebrigen Masse pounden (stampfen), was a ziemlicher Kraftaufwand und anstrengend ist. Allerdings wird man danach mit am geilem Essen belohnt.

Die Ghanaen trauen es uns natürlich nicht zu Fufu zu machen (is halt einfach a anstrengende Gschicht), geschweige denn zu essen (gegessen wir Fufu mit Händen, weil dafür a Löffel ziemlich suboptimal wär; ach ja und man kauts nicht, sonder schluckts einfach runter). Kostenpunkt der Kochbanenen und Casava für 4 Personen liegt bei ca einem Euro, wenn ich mich nicht ganz verschätz.

Ganz beliebt sind die sog. Fufu Parties. Oft fragen mich die Schüler, wann wir die nächste Fufu Party machen können und wenn der Termin steht, kommt die ganze Klasse zum Volohaus und es gibt Fufu für alle. 😀

Da die klebrige Masse allein relativ unschmackhaft ist, gibts dazu immer Suppe. Die gängigsten Suppen sind Groundnutsoup (schmeck wie gesagt nach Erdnüssen), Light Soup (so eine art Tomatensuppe) und Palmnutsoup (wird aus Plamnuts gemacht).

Ziemlich ähnlich wie Fufu ist Banku: Des is auch so a Schleim wie Fufu, der aus gemahlenem Mais und Casavas hergestellt wird. Das ganze schmeckt ziemlich säuerlich. Hat mir am Anfang eigentlich gar nicht geschmeckt, aber nach dem  3. mal is es immer besser worden und da mans ja nicht kaut sondern nur schluckt, is der säuerliche Geschmack eh nicht so präsent. Geht dabei eigentlich immer mehr um die Suppe.

Ja dann gibts noch das Kenkey (fragt mich nicht wie man das schreibt, ich schreibs einfach mal so), was sich in den letzten Wochen und Monaten zu meinem Lieblingsessen in der Schulkantine entwickelt hat (leider gibts das nur Montags und Freitags). Kenkey mit pleeeeeeenty of Hot Peppe und Onions. Mmmmh, jetzt hab ich Hunger… Jedenfalls weiß ich nicht ganz genau wie man Kenkey zubereitet, aber es ist im Endeffekt glaub ich ähnlich wie Banku nur härter (lässt sich am besten mit Plastelin vergleichen – Konsestenz, nicht Geschmack) und wie gesagt, ich ess es am liebsten mit ganz viel Hot Peppe.

Und wenn ich schon bei Hot Peppe bin: Mein Lieblingsessen wenn wir unterwegs sind ist Fried Yam mit Hot Peppe. Yam is so a Knolle wie Kartoffel nur größer. Wenn mans fritiert dann schmeckts ungefähr wie Pommes. Für a Portion für Zwischendurch zahlt man ungefähr 0,50 Euro.

Ja, das wären mal so die gängigsten Gerichte in Ghana. Allerdings gibts halt schon auch überall so Sachen wie Nudeln, Rice, Bohnen etc. mit irgendwelchen Stues dazu. Ach, aber ganz vergessen hab ich jetzt Fried Rice with Chicken. Der Reis schmeckt wie in Österreich Fried Rice vom Chinesen und dann gibts halt immer a Chicken dazu. Das ist die gängigste Wahl von Touristen, die somehow „Angst“ vor lokalem Essen haben (wobei das auch irgendwie lokal is). In einem Restaurant zahlt man für Fried Rice mit Chicken ca 2,5€.

An Fleisch gibts prinzipiell alles, was es bei uns auch gibt: Schwein, Hühnchen, Kuh, Ziege etc. Und dann gibts halt auch noch Bushmeat (Grasscutter) und Guinefowl (is so das ghanaische Huhn sag ich mal so – alle Angaben ohne Gewähr (apropos: Lotto gibts auch in Ghana 😉 ).

Wenn man sich Fleisch kaufen will gibts ca 3 Optionen. Da wären die sogenannten Coldstores in denen es importiertes Fleisch zu kaufen gibt (vieles aus Brasilien und Europa), der normale Markt, wo man jeder Zeit hingehen kann und dem Fleischer sagt, wie viel man wovon will (allerdings war das für uns anfangs nicht so appetitlich, da die Hygeniebedingungen soso lala sind und weil dort einfach alles rumliegt – von Ziegenköpfen bis hin zu riesen Haufen von Kuhinnereien… Doch man gewöhnt sich schnell dran und jetzt is es ganz normal das von Fliegen bedeckte Fleisch zu kaufen :D) und dann gibts noch die Schüler, die man bitten kann irgendwas für einen zu schlachten.

Neben den ganzen Hauptgerichten gibts auch tonnenweise Snacks und Dinge für zwischendurch, von denen ich jetzt nur ein paar aufzähle. Da wär z.b. das Fan Ice. Ist im Endeffekt ganz normales Eis (schmeckt irgendwie wie Fruchtzwergeis) in einer Plastiktüte, die man an einer Stelle aufbeißt und es dann auszuzelt – schmeckt sehr geil, aber es steht unterverdacht Durchfall zu bescheren, allerdings müssen noch weitere Tests vollzogen werden. 😉 Kostet ca 0,35€.

Verkauft wird Fan Ice immer von Fan Ice Verkäufern (wer hätts gedacht…), die auf Rädern mit einer Kühlbox herumfahren und so eine kleine Tröthupe (gibts sowas? Egal…) auf sich aufmerksam machen. Das ist meiner Meinung nach eine richtig gute Marketingstrategie. Ich mein, jeder der die eine Hupe hört, weiß, dass es in der nähe Fan Ice zu kaufen gibt, das is voll klug. Ach ja und die meisten Fan Ice Verkäufer haben auch noch ein paar Teigtaschen für 0,25 Euro im Angebot.

Früchtemäßig gibts in Ghana Melonen, Mangos (wachsen bei uns direkt vor der Haustüre – jetzt in der Mangozeit können wir jederzeit rausgehen und uns welche von den Bäumen schießen), Bananen, Ananas, importierte Äpfel, Papaya, Kokosnüsse und noch ein paar Sachen.

Prinzipiell gibts in Ghana eigentlich alles zu kaufen, wenn man weiß wo. In Accra braucht man nicht viel Suchen, weils da sogar ein Einkaufszentrum gibt, aber wenn man sich in Sunyani bissl auskennt, kriegt man auch Käse und Wurst. Das einzige was ich an österreichischem Essen vermiss ist Tiroler Naturjoghurt und Cheesburger von McDonalds, aber ich überlebs noch 5 weitere Monate ohne. 😉 Wenn ich jetzt aber die Wahl zwischen Schnitzel und Fufu hätt, würd ich mich vermutlich für Fufu entscheiden.

Wie man sich in Ghana zu Tisch verhält ist ein wenig anders als in Europa. Schmatzen tut sowieso jeder (ich habs mir mittlerweile auch angewohnt – macht den Geschmack intensiver, allerdings sollt ich das in Europa dann vielleicht wieder lassen :D)und wenn einem mal ein Rülpser entfleucht ist das auch nicht schlimm. Ein Tabu ist es allerdings mit der linken Hand zu essen. Wobei das eigentlich für alles gilt. Man sollte einem nicht die linke Hand zum Gruß hinstrecken, mit der linken Hand winken, etwas mit links entgegen nehmen, etc. Am Essen riechen sollt man auch nicht, weil das als Beleidigung gesehen wird, egal ob man danach lecker sagt, oder nicht.

Es gäb sicher noch einiges zum Thema Essen, das ich schreiben könnte, allerdings hab ich im Moment weder genug Zeit noch Lust dazu. Das ist generell auch der Grund warum ich relativ selten Blogartikel hochstelle.

Also dann,

Byeooooo

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s