Christmas Holidays Part 2

Diesmal mit gaaaanz vielen Fotos. 😉

Nachdem wir im vermutlich einzigen Kino Ghanas waren (und bei dem Monopol einen dementsprechend hohen Preis von 16 Cedi für Sherlock Holmes 2 gezahlt haben (übrigens ein sehr geiler Film mit waaaahnsinns Slow Motion Effekten)) sind Michi und ich zum Flughafen gefetzt um unsre Eltern nach knapp 4 Monaten Entzug wieder zu sehen.

Da wir noch ein wenig Zeit hatten, bis der Flieger kam haben wir uns beide den besten Kebab der Welt gegönnt (für den hätt ich auch mehr als 5 Cedi gezahlt; er war göttlich). Vielleicht sollte ich anmerken, dass es so etwas wie Kebab in Ghana nicht gibt und er vielleicht deshalb so gut geschmeckt hat. Wobei, doch, es gibt Kebab. Nur ist es was anderes. Und zwar Fleischspieße mit Muskel vom Hühnermagen (= Gizzards). Klingt nicht wirklich appetitlich aber mit nem scharfen Pulver und Onions dazu schmeckt das soooowas von geil, kann ich nur weiterempfehlen (natürlich muss man dabei aber ein Alvaro oder Malt trinken 😉 ). Und da fällt mir wieder ein, dass ich noch immer keinen Blogeintrag über Essen und Trinken gemacht hab… Kommt noch, versprochen (zuerst muss ich aber Fotos sammeln, damit ihr euch auch was drunter vorstellen könnt).

Nach einem netten Wiedersehen und der Übergabe unserer Weihnachtsgeschenke an die Eltern (2x Wasser im Plastiksack :D) schnappten wir uns ein Taxi und sind auf zu den Marist Brothers.

Dort angekommen haben wir noch ein wenig geplaudert und Kekse gegessen. Doch aufgrund von allgemeiner Müdigkeit sind wir gleich darauf auch schon ins Bett.

Amedzofe Waterfalls

Am nächsten morgen sind wir mit einem Rucksack pro Nase (Koffer haben wir vorrübergehend zurückgelassen) zu den Salesianern in Ashaiman gefahren und haben dort kurz mit Br. Günter (österr. Salesianer) gefrühstückt.

Kurze Zeit später haben wir uns auch schon ein pseudoakklimatisiertes Trotro nach Amedzofe gemietet. Amedzofe ist ein kleines Bergdorf auf ca. 800 Metern Höhe in der Nähe von Ho in der Volta Region (ich hoff ich erzähl euch da keinen Blödsinn :P). Als wir dort am späten Nachmittag ankamen, haben wir gleich ne kleine Wandereung auf den zweit höchsten Berg Ghanas (mit stolzen 800-irgendwas Metern) unternommen.

Am Abend gabs dann für jeden leckeres Chicken mit Rice und für die, denen es nicht geschmeckt hat Rice mit Chicken. 😉

So gegen 9 haben wir am nächsten Tag auch schon eine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen (kaum kommen die Tiroler nach Ghana, fangen sie zum Wandern an…). Dazu gibts eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass es halt n Wasserfall ist (für begeisterte oder auch unbegeisterte Leser aus dem Außerfern: hat mir irgendwie ein Feeling wie in den Stuibenfällen gegeben, nur etwas wärmer und mit Würmern die einem unter die Haut kriechen (wenn man Pech hat)).

Am nächsten Tag sind wir zurück nach Ashaiman, von dort aus zu den Marist Brothers um unser Gepäck zu holen und dann direkt zur Busstation nach Sunyani (wenn die Fahrten in Ghana nur so schnell gehen würden wie sich das schreibt… Naja sie sind eh cool (falls man nicht neben der dicken Ghanain sitzt)). Zum ersten und bisher einzigen mal sind wir mit dem ViP Bus gefahren, was ein wenig teurer, viel komfortabler, aber auch umständlicher ist – da man in Kumasi in ein Trotro umsteigen muss. Dafür is es voll de Luxusbus mit nur 3 Sitzen pro Reihe.

In den darauf folgenden Tagen haben wir uns das Projekt (sprich Schule, Boys Home, Boys Hostel etc.), unser Haus und die Stadt inkl. Mark angeschaut. Natürlich sind wir mit unsren Eltern auch in einen Stoffladen und zum Schneider gelatscht, damit sie sich nette Sachen nähen lassen konnten.

Mole National Park

Nach diesem Heimatbesuch gings auf in den Norden zum Mole National Park. Die Fahrt dort hin war… Aufregend. 😉 Bis nach Tamale verlief eigentlich alles relativ reibunglos, doch dort mussten wir auf den Metro Mass Bus nach Mole warten. Warten… Warten… Und warten…

Nach ein paar Stunden wars dann endlich soweit und wir konnten in den für Europäer vollkommen überfüllt wirkenden Bus einsteigen. Einige Minuten nach Abfahrt ging ein paar Reihen hinter uns auch schon eine Streiterei um einen Sitzplatz los. Zuerst haben die zwei Ghanaen nur ein wenig herumdiskutiert, doch schon bald haben sie angefangen sich gegenseitig anzuschreien. Das ganze ging dann so weit, dass sich einer von beiden sein T-Shirt ausgezogen hat um eine art Kampfansage zu machen – für uns sehr amüsant. xD Als der ganze Bus schließlich am „Driver Stop“ schreien war, kam ein Gehilfe nach hinten, klärte das Gezanke, schmiss einen Herren kurzerhand raus und die Fahrt konnte weitergehen. Zumindest so lange bis wieder was passierte.

Auf halbem Weg blieb der Bus plötzlich stehen und nach ein wenig Herumfragen war klar, dass wir ein Breakdown hatten und auf einen neuen warten mussten. Es war glaub ich ca 5 pm als wir ausgestiegen sind, also wurde es bald dunkel. Deshalb machten wir zusammen mit den Ghanaen ein kleines Feuer neben der Straße (dass uns vorbeikommende LKWs nicht über den Haufen fahren).

Ich denke mal den Einheimischen war klar, dass es so schnell nicht weitergehen würde, also sammelten wir gemeinsam mehr und größere Äste für das Feuer. Einer der Ghanaen hatte sogar einen iPod mit kleinem, portablen Soundsystem dabei (die sind echt oft besser ausgestattet als wir…), also war auch gleich für chillige Raggaemusic am Lagerfeuer gesorgt.

Nach 2-3 Stunden teilte uns der Driver mit, dass der neue Bus in 20 Minuten kommen würde, also warteten wir 20 Minuten, 30 Minuten, 40 Minuten und noch länger, bis schließlich klar war: 20 Minutes African Time. Heißt übersetzt soviel wie: Der Bus kommt irgendwann in ein paar Stunden. 😉

Also war nun aufgrund von Lebensmittelknappheit Futtersuche angesagt. Eigentlich wollten wir mit den Ghanaen in den Wald Bushmeat jagen gehen (sehr gutes Fleisch), aber daraus ist irgendwie nichts geworden, also mussten wir Hunger leiden. Die Hoffnung auf ein Entrinnen aus dieser Einöde war gestorben, die allgemeine Stimmung im Volk angespannt und die Aussicht auf Kanibalismus schien nun schon gar nicht mehr so abwägig.

Doch dann, wie aus dem nichts… Ein LKW voll beladen mit Yam-Wurzeln. Wir stoppten ihn, erklärten (uh, jetzt hätt ich erklärten doch fast schon mit h geschrieben) dem Fahrer unsre Situation und mit Freuden gab er uns ein paar Knollen Yam. Die Situation war gerettet, der Hunger gestillt.

Einige Stunden später, irgendwann in der Nacht kam dann auch schon der zweite Bus vorbeit, um uns nach Mole zu bringen. Nach unserer Ankunft war ich dann doch ziemlich geschafft und müde, aber ich wollte trotzdem noch Duschen gehen. Da es wie so oft kein fließendes Wasser gab, hab ich mir einen Kübel geschnappt, ihn mit Wasser gefüllt und mich eben „afrikanisch“ geduscht (was ihr unbedingt mal ausprobieren solltet (vielleicht nicht gerade bei Minusgrade, wies jetzt im Moment der Fall ist :P), weils irgendwie sau cool und viel wassersparender ist, als eine Badewanne mit 50l zu füllen (und das mit heißem Wasser à Stromverschwendung auch noch gleich dabei) oder ewig unter der Dusche zu stehen – ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie dumm das ist? Ich wäre euch sehr zu Dank verpflichtet wenn ihr euch unter der Dusche wenigstens: nur schnell nass macht, abdreht, einschampooniert/einduschgelt, Wasser wieder andreht, das Seifenzeugs abwascht und dann auch schon wieder aus der Dusche hüpft. Spart viel Wasser und wenn man warm duscht auch Strom – warm duschen muss man ja eigentlich auch nicht immer; eine kalte Dusche stärkt die Abwehrkräfte, so siehts aus.). Worauf ich aber hinaus wollte, bevor ich euch eines besseren Lebensstils zu belehren versucht hab ist, dass ich, müde wie ich war, ausgerutscht bin und mit dem Kinn voll gegen die Badewannenkante geknallt bin und jetzt ein kleines Cut habe. Doch das war dann auch schon das Ende der lang anhaltenden Pechsträne an diesem Tag (wobei mir das Breakdown eigentlich eh ziemlich gefallen hat :D).

Am Tag darauf hab ich lang geschlafen und bin erst um 11 zum Frühstück am Pool (jop, da gibts nen Pool) gekommen. Das coole am Mole Nationalpark (hab ich überhaupt schon erwähnt, dass es ein Nationalpark ist? Naja jetzt wisst ihrs) ist, dass die Lodge auf einer Erhebung ist und man von dort aus direkt auf die einzige Wasserstelle weit und breit sehen kann. Was so viel bedeutet wie: Man kann von oben aus Elefanten und andere Tiere, die zum Wasserloch schlendern beobachten.

Am Nachmittag sind wir dann direkt in den Nationalpark gegangen (sprich Safari-Tour mit Guide + Gewehr (meiner Meinung nach alles nur Show, aber bitte)) und haben nach Tieren ausschau gehalten. Am nächsten Tag das selbe (je 2 Stunden). Gesehen haben wir 2x Elefanten, vieeeele Antilopen, Krokodile, Vögel und Affen (die sind sogar bei der Lodge oben und klauen einem das Essen, wenn man nicht hinschaut -.-).

Was mir am besten gefallen hat, waren definitiv die Elefanten. Die haben einfach eine gechillte Art und laufen ohne viel Sinn in der Gegend rum. Sie essen so viel, dass sie jeden Tag um die 200kg wieder rauslassen und wenn die Weibchen Schwanger sind, dann für 2 Jahre. Die Viecher verbringen den ganzen Tag damit zu essen, trinken, kacken, schwanger sein und durch die Gegend zu schlendern. Geiles Leben. 😀

Nach Mole haben wir uns von Malia, Paul und Lukas getrennt und sind zurück nach Sunyani gefahren. Diesmal hatten wir keine Panne, dafür konnten wir auf dem Weg 2 umgekippte LKWs sehen. Es wird einem halt doch nie langweilig hier. 😉

Von Sunyani aus gings dann für Michis und meine Familie in den Süden an den Strand. Auf der Fahrt dorthin haben wir uns getrennt, da ich mit meinen Eltern einen weiteren Nationalpark und die Sklavenburgen anschauen wollte. Michi war allerdings mit seinen Eltern schon mal in Ghana, also mussten sie sich den Spaß nicht unbedingt nochmal geben.

Doch die letzte Zeit am Strand schreib ich auch wieder in einem neuen Blog sonst wird der hier zu lang. Aber keine Sorge, lade ihn bald darauf hoch.

Byeoooo

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