Verkehrsmittel und das berühmte Los der dicken Ghanain.

Hallo, ich meld mich wieder mal zu Wort um euch einen netten Schwank aus meinem Leben zu erzaehlen. 😛

Urspruenglich wollte ich zuerst einen Blogeintrag ueber unsere Reiseziele schreiben, doch mittendrin entschied ich mich dafuer, euch zuerst mal das Reisen selbst, mit seinen Hoehen und Tiefen naeherzubringen. Es zu erleben und es erzaehlt zu bekommen (und noch dazu von jemandem wie mir) kann man glaub ich nicht miteinander vergleichen. Meine Eltern habe ich zum Beispiel versucht so gut wie moeglich auf die Reise mit uns vorzubereiten, aber sie haben auch gemeint, dass man darueber reden kann, so viel man will… Mittendrin sein ist doch wieder etwas komplett anderes. Trotzdem geb ich jetzt einfach mal mein bestes. Mal schaun, was draus wird:

Die Hauptverkehrsmittel in Ghana bilden die Taxis, Trotros und diverse Busse in den unterschiedlichsten Formen und Groessen.

Anfangen moechte ich mit den Taxis, da diese von uns mit Abstand am haeufigsten verwendet werden. Ueber die Taxis – oder Fahrzeuge generell – in Ghana laesst sich sagen, dass der Zustand in dem sich die armen Dinger befinden in keinster Weise mit europaeischen Fahrzeugen vergleichbar ist. Die Tueren kann man nicht immer aufmachen, die Fenster lassen sich weder hoch noch runterkurbeln (ja, krubeln… kennt ihr diese Steinzeittechnik noch?), die Bremsen funktionieren nicht immer gut, die Geschwindigkeitsanzeige hat sowieso schon vor Jahren den Geist aufgegeben, der Rueckspiegel fehlt, das Licht geht nicht, Gurte gibts keine (no Anschnallpflicht in Ghana und wenn ich dann doch mal nen Ghanaen frag, warum er keine funktionierenden Gurte im Auto hat, kommt immer die selbe Antwort: “Don’t worry, I have a save car!” – bringt mir viel, wenn wir gegen nen Baum fahren und ich 100 Meter durch die Windschutzscheibe (die eh schon angeknackst ist) segle, aber danke dass dein Auto save is :D), die Blinker sind im Eimer und der staendig aufsteigende Geruch von Diesel, Benzin, Gas oder was auch immer, ist mittlerweile eh nicht mehr wegzudenken (und befriedigt meine Nasebeimtankenausdemfensterhalten-Sucht :D).

Aber vielleicht gehe ich weg von den Dingen, die nicht mehr funktionieren und komm lieber zu all dem was noch am Leben oder neu eingebaut worden ist:

Viele Taxifahrer haben ein ziemlich gutes, neu eingebautes und nicht zum restlichen Schrotthaufen des Taxis passendes Autoradio und drehen es dementsprechend laut auf (das stoert mich nicht, so lang Azonto Musik kommt (oh, das hab ich ja noch nicht erklaehrt, kommt dann auch bald mal – Musik in Ghana! Seeehr nice, I like it paaaaa J).

Auch wenn das Taxi noch so heruntergekommen ist, darf es natuerlich an Deko nicht mangeln, also zieren Blumenketten, Ghanaflaggen, Chamions League Aufkleber (Ghanaen verfolgen die Champions League vermutlich mit mehr Enthusiamus als die meisten Europaeer (sie kennen z.b. auch so gut wie jeden Spieler – Freaks)), Wackelmaennchen, rosa Plueschdecken (ja, auch das haben wir schon erlebt) und tausend andere Dinge, die kein Schwein benoetigt (okay ich gebs ja zu, so eine rosa Plueschdecke haett ich schon gern…).

Doch neben all diesen sinnfreien Spielereien gibts eine Sache, die nie fehlen und nie kaputt werden darf. Mit ihr steht und faellt das Verkehrssystem in Ghana. Meine Damen und Herren ich praesentiere ihnen die… *Trommelwirbel* HUPE!!! Tatadadaaaa!

Die Hupe ist in Ghana ein nicht wegzudenkendes Hilfsmittel fuer den Verkehr. Wenn die fehlt, ist es so, als wenn der Motor nicht funktionieren wuerde. Ohne ihr geht nichts. Die Ghanaen hupen wenn sie: Ueberholen, ueberholt werden, mit 100 Sachen um eine Kurve preschen, jemanden gruessen, Passangers ins Fahrzeug holen, aber auch wenn sie verdeutlichen wollen, dass ihr Taxi voll ist. Kurz gesagt: Ohne Hupe geht nichts. Die meisten Taxis haben den Knopf zum Hupen sogar bei den Seitenknueppel (keine Ahnung wie das Ding mit dem man blinkt oder den Scheibenwischer anmacht sonst heissen koennte), damit es schneller geht und sie nicht ihre Hand heben muessen um aufs Lenkrad zu hauen (das wuerd sonst sowieso viel zu schnell kaputt gehen).

Als naechstes kommen meine Lieblingsfahrzeuge, die Trotros!

Trotros sind Kleinbusse in denen zwischen 10 und 20 (manchmal auch mehr) Personen platz haben, je nach Groesse (der Trotros, nicht der Menschen).

In Europa hatten die Trotros noch die Funktion eines Lieferfahrzeuges oder aehnliches. Es ist jedoch ganz normal, dass diese, sobald sie den europaeischen Sicherheitsstandards nicht mehr gerecht werden nach Afrika verschifft und dort verkauft werden. Dort (zumindest ist es in Ghana so) werden sie dann ummodeliert und koennen mit 4 Sitzen pro Reihe als Trotro fungieren (klingt wie irgendwo rauskopiert und viel zu sachlich, sorry, ich versuch anders weiterzuschreiben).

Ich persoenlich fuehle mich in den Trotros am wohlsten, da einem immer der kuehle Fahrtwind ins Gesicht blaest (Klima gibts logischerweise nicht, aber in letzter Zeit wurden Fahrzeuge mit so einer Ausstattung immer beliebter (zumindest in der etwas reicheren Schicht), auch wenn sie so gut wie nie oder nur mit wenig Erfolg funktionieren – Fahrtwind is eh cooler).

Als letztes kommen wie schon erwaehnt noch die Busse:

Es gibt prinzipell 2 Arten von Bussen: Metromass und STC (das sind jetzt nur 2 Bus-Firmen von vielen).

STCs sind die Busse, die meistens von Accra in alle Richtungen des Landes ausschwaermen (also auch Sunyani). Vom Komfort aus betrachtet lassen sie sich kaum von europaeischen Reisebussen unterscheiden. Der einzige Unterschied sind wohl die unter den Volontaeren ach so beliebten ghanaischen Filme. Wenn wir von Accra nach Sunyani fahren – oder umgekehrt – laeuft mal mindestens 4-5 Stunden ein schlechter ghanaischer Film (wer eine kostprobe davon haben will: Back in Austria werd ich sicher mal nen Ghanaabend machen). Das Problem dabei ist allerdings weniger der Film, sondern mehr die Lautstaerke mit der man vollgedroehnt wird. Wer also keine abdichtenden Ohrenstoepsel oder Ohropaxx (schreibt man die so?) dabei hat, kann sicher sein, die Busfahrt mit einem Tinitus zu verlassen…

Vorteil: Die STCs haben relativ selten technische Probleme, also kommt man meistens auch dann an, wann man es beabsichtigt (von Accra nach Sunyani sind das meistens 7-8 Stunden wenns glatt laeuft – fuer diese Strecke nehmen wir eigentlich immer den Nightbus, weil man da im Vergleich zu anderen Fahrzeugen bequem schlafen kann).

Metromass sind die eher weniger angenehmen aber billigen Busse. Wenn man nach Norden faehrt hat man fast gar keine andere Wahl als die zu nehmen (Trotros sind da gleich um einiges teurer und auch nicht unbedingt bequemer). Fuer kurze Strecken sind sie eigentlich eh ganz okay, aber 6 Stunden in so einem Ding sitzen macht sogar mir (oder meinem Gesaess um es nett auszudruecken) keinen Spass mehr. Die Sitze sind ziemlich eng, man kann die Beine schwer bewegen und wenn wir auf ghanaischen Strassen fahren, kann ich es auch vergessen, mich irgendwo am Fenster anzulehnen, weil ich sonst eine Gehirnerschuetterung bekomm. 😀 Beschweren will ich mich allerdings nicht, denn Metromass ist verdammt billig und daher das Lieblingsreisemittel der Volontaere. Denn alles was mit Bequemlichkeit eingespart wird kommt dem Bier zu gute. J

Doch auch wenn ein Fahrzeug noch so bequem, noch so gross, oder noch so toll ist, es gibt immer one case, der alles wortwoertlich erschwert: Die dicke Ghanain.

Versteht mich nicht falsch, ich will auf keinen Fall sexistisch wirken. Ich respektiere die Frauen in Ghana sehr und bin absolut beeindruckt von ihrer Staerke (psychische, nicht physische nur um Missverstaendnisse zu vermeiden 😉 ), die sie gegenueber dem maennlichen Geschlecht zeigen und ich will sie jetzt nicht runterziehen. Eine Ghanain laesst sich nicht unterkriegen, keine Chance und das fasziniert mich sehr. Ich finds auch toll dass sie nicht immer gleich so tussig und zickig sind, wie die meisten (Achtung, die meisten, nicht alle) Maedels in Oesterreich, die sofort in die Luft springen und schreiend davon rennen, wenn sie eine Spinne sehen. Sie sind genau die Art von Frau, die ab und zu in europaeischen Filmen oder Serien zu sehen ist. Kennt ihr sicher. Die, bei denen der Mann nichts zu sagen hat (bei Desperate Housewives waere das Tom und Lynette – ich bring das als Beispiel, weils vermutlich die meisten kennen. Ja, ich schau gerne Desperate Housewives. Ich liebes es. Genau wie Grey’s Anatomy. Bin einfach zu uncool um solche Serien nicht zu moegen und es als Frauenkram abzustempeln. Ich glaub ich habs schon einmal erwaehnt aber ich schreibs trotzdem nochmal: Verklagt mich, wenns euch nicht passt. ;)). Wollte das jetzt nur klarstellen, bevor wieder Missverstaendnisse aufkommen, wie damals mit meiner Mum (Hallo Mami :P), worauf ich mir eine Praedigt anhoeren durfte die ich gar nicht verdient hab (naja vielleicht doch, denn dann lern ich mich maybe besser auszudruecken und solche Situationen kommen gar nicht erst zu stande).

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte: Es ist unfein neben einer dicken Ghanain zu sitzen (vor allem wenns heiss ist…). Und da es uns bisher nur bei Ghanainnen passiert ist und nicht bei Ghanaen (die nerven dann halt indem sie sich breiter machen als noetig…), nennen wir es das Los der dicken Ghanain, bis uns mal was anderes passiert (gibt ja z.b. auch die Fischtrotros).

In diesem Sinne, have a nice day, night, morning, whatever. Hab eh schon wieder zu viel geschrieben. Aber wenigstens bekomm ich jetzt Kommentare von euch, danke.

Thank you and for those who have been to Ghana: Medawase paaaaa. 😉

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Verkehrsmittel und das berühmte Los der dicken Ghanain.

  1. sebi schreibt:

    du solltest ein buch veröffentlichen! du schreibst einfach göttlich (klingt irgendwie komisch aber des wort mein i) du schreibsch genau so wie du redest und das tut mir gut, skype mal du schnalle

  2. hans schreibt:

    guade gschicht, sag uns endlich wies essen is!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s