End Of Term Exams und der ganze Stress drum herum!

Ende Dezember (ja ich weiß, ist schon lange her, aber wenns euch stört, dann kauft euch doch nen anderen Michi der nach Ghana fährt und pasta Spaghetti) war es so weit und die End Of Term Exams, denen sich die Schüler am Ende jedes Terms (Trimester) unter Todesqualen unterziehen müssen standen an. Meine Aufgaben dabei waren die Ausarbeitung, das Supervising (Beaufsichtigen) meiner und anderer Klassen und das ach so schöne und üüüüüberhaupt (Achtung!!! Aus den vielen Üs lässt sich möglicherweise der in Fachkreisen genannte Sarkasmus schließen. Er wird in Texten leider nicht mehr sehr häufig gesichtet, da er vom homo sapiens nur schwer oder gar nicht herhausgelesen werden kann. Aus diesem Grund habe ich mich der Lasstdensarkasmusintextenbittenichtaussterbenweilesohneihnaufderweltnichtsolustigist-Bewegung angeschlossen und bemühe mich in wieder aufblühen zu lassen– ich lasse euch allerdings trotzdem jede Interpretationsfreiheit)… ach wo war ich jetzt? Ach ja: Das ach so schöne und üüüüüberhaupt nicht anstrengende Korrigieren der Exams.

Mir viel es anfangs relativ schwer, Exams für meine Schüler zu schreiben, da es so viele Dinge dabei zu beachten gibt, die im Vorhinein nicht bedacht und deshalb auch nicht notiert wurden. Nach den ersten zwei habe ich mich allerdings schon erheblich leichter getan und ich konnte die Exams (wie immer auf den letzten Drücker) gerade noch rechtzeitig fertig stellen.

Bis obenhin vollgepumpt mit Motivation und Vertrauen in das Wissen meiner Schüler hab ich mich dann zu meinen ersten Exams aufgemacht (es gibt by the way eine ganze Examinationweek, die – die Blitzgneiser unter uns haben es vielleicht schon erkannt – eine volle Woche andauert (also so ähnlich wie bei Harry Potter)). Und dann begann das Chaos… Ohnehin schon spät dran musste ich meine Exams erst noch kopieren. Und was passiert? Logisch. Der Kopierer ist eingegangen, was denn sonst?! Also hab ich mich nach langem hin und her zum Noviziat aufgemacht um meine Exams dort auszudrucken. Eine geschlagene dreiviertel Stunde später stand ich dann endlich im Computerraum, wo meine Schüler wie vorher von mir angeordnet auf mich warteten. Als ich mich für den ganzen Wirbel (für den ich ja eigentlich eh nichts konnte) entschuldigte, meinten meine Schüler, dass das eh ganz normal sei und es in der Examinationweek immer drunter und drüber zuginge. Ghana eben…

Nachdem ich die Tests ausgeteilt hatte war erst mal für eine Weile Ruhe und dann gings los: „Sir!“, „Master!“, „Come please!“, „I need help!“, „Gsss!“ (=ghanaisch, um auf sich aufmerksam zu machen) und „Obruni!“ von allen Seiten (und dabei hatte ich nur wenig Schüler bei den Exams, weil es in Ghana anscheinend üblich ist, einfach ein paar Tests auszulassen, da ein Unbeurteilt egal und viel weniger schlimm als ein Failed ist (gut, dass es sich unser neuer Direktor (Fr. Mark-Anthony aus Nigeria, wo by the way bald wieder ein Bürgerkrieg aufgrund der hohen Ölpreise entstehen könnte) zur (Sysiphus-) Arbeit gemacht hat, dies zu ändern – erstaunlicherweise mit äußerst akzeptablem Erfolg)). Ach ich vergess immer wo ich bin, wenn ich was anderes schreiben will. -.- Ach ja, da war ich: Die Schüler haben mich jedenfalls ganz schön auf Trab gehalten und ich hätt mir beinahe die Kugel gegeben (nur leider war grad keine Pistole zur Hand… – Achtung Sarkasmus – again 😉 ), da sie es einfach nicht checken, wenn ich sag dass ich gleich komme, weil ich grad noch einem anderen was erklären muss. Man muss immer sofort da sein, wie bei kleinen nervigen Kindern die an Aufmerksamkeitsdefizit leiden (*hust* so war ich auch *hust*). Es wäre ja nicht so, dass sie die Fragestellung nicht verstanden hätten (was auch oft vorkommt), sie haben mich nur andauernd angebettelt, ihnen die Antwort hinzuschreiben. Mehr als kleine Tipps oder Anstöße, wie es sie auch bei mir in der Schule gegeben hat, wollte ich allerdings nicht geben, was allgemeine Entrüstung und beleidigte Blicke zur Folge hatte – Gott, können Schüler einem ein schlechtes Gewissen machen, das ist der Wahnsinn. Es ist schwer da zu widerstehen und ein strenger Lehrer zu bleiben…

Als ich eine Klasse fertigsupervised hab, kam meistens noch eine zweite dran (jeweils 2-3 Stunden, bei meiner CA3 Klasse sogar 5 (sie mussten eine kleine Website erstellen)) und dann konnte ich – völlig fertig – nach Hause gehen. Ruhe hatte ich dort keine, da ich weiterhin Exams schreiben und korrigieren durfte.

Im großen und ganzen haben meine Klassen überraschenderweise relativ gut abgeschnitten (so wie sie rumgeheult haben, dachte ich, ich hab nur Faileds). Was ich hier aber noch anmerken möchte: Ghanaische Schüler schummeln wie noch was (kein Vergleich zu Österreich), also hab ich ihnen einfach gesagt „Wer schummelt, kriegt 5% Minuspunkte auf den gesamten Test – wer nochmal schummelt kann gehen und bekommt ein Failed!“. Hat scheinbar geholfen, denn nachdem sie gesehen haben wie ich dem ersten Paar (zum Schummeln gehören ja immer zwei (ja, ich hab auch denen Minuspunkte gegeben, die geholfen haben – ich bin ein ganz böser Lehrer)) Minuspunkte verabreicht hatte, sind sie vollkommen ruhig geworden. Strenger Lehrer sein macht manchmal wirklich Spaß. 😀

Da wir gleich am Freitag Abend nach der Schule in den Süden gefahren sind (der Holiday-Blog kommt als nächstes, Geduld), hatten wir, die Volontäre, nicht genug Zeit, alle Tests zu korrigieren. Das war halb so wild, da die Schüler die Noten erst kommenden Montag, sprich zweite Schulwoche erhalten werden und wir diese Woche noch zum Korrigieren nutzen konnten. Das war auch der Grund, warum wir diese Woche eigentlich so gut wie keine Freizeit hatten (Michi hat gestern sogar durchgemacht um mit dem Korrigieren voranzukommen). Mitleid brauchen wir keines, da wir das alles auch vor den Ferien erledigen hätten können (dann hätten wir halt da den Stress gehabt)…

Joa, so viel zu den Exams. Any questions? Wenn ja, einfach nen Kommentar hinterlassen. Ich freu mich by the way generell immer über Kommentare auf meinem Blog, das zeigt mir nämlich, dass ich nicht nur für eine Person schreibe. Außerdem hab ich gern ein Feedback.

Wenn du jetzt immer noch liest, hast du lange durchgehalten und du musst jetzt sicher schon eine Pinkelpause einlegen. Also viel Spaß dabei und bis zum nächsten mal. 😉

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7 Antworten zu End Of Term Exams und der ganze Stress drum herum!

  1. johannes schreibt:

    „Strenger Lehrer sein macht manchmal wirklich Spaß. :D“
    kann ich nur bestätigen 😉 und außerdem schonts die Nerven

  2. Markus G. schreibt:

    sehr geil. =)
    du böser böser lehrer du. 😉

  3. svunion schreibt:

    Dear colleaque,
    I do love your comments on a techer´s live….hilarious. …and believe me: it is around the world like that. Keep my fingers crossed for the future. Karsten

    • svunion schreibt:

      colleague ; teacher´s life….forgive me I should not have pressed the button so soon…..my touchtyping is not the best…..

  4. Franzi schreibt:

    Huuuuhuuuuu, klingt ja toll (; das machst du alles wirklich super (:

  5. Dian schreibt:

    Eeeendlich wieder mal wieder was zu lesen 🙂
    Ich glaub du bist ein wirklich guter Lehrer :))))
    naja… ich würd ja noch gern mehr dazu sagen… aber ich glaub ich muss mal ein p*** pause einlegen 😛

  6. Ratte schreibt:

    Danke für die Hilfe mit dem Sarkasmus, wäre sonst total überfordert gewesen 😀
    Ich glaube der Lasstdensarkasmusintextenbittenichtaussterbenweilesohn eihnaufderweltnichtsolustigist-Bewegung schließe ich mich auch an (und jap, ich hab das Wort einfach kopiert 🙂

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