Unterrichten in Ghana

Am Anfang war es schon irgendwie eigenartig, ein paar Monate nach Schulabschluss bereits auf der anderen Seite der Klasse zu stehen, aber das Gefühl legt sich bald, denn der Alltag holt einen hier ziemlich schnell ein und man gewöhnt sich schon nach kurzer Zeit an gewisse Dinge, doch dazu später… Auf jeden Fall bin ich ziemlich zufrieden mit meiner Arbeit hier, obwohl ich sicher ab und zu mal ins Oratorium  schauen werde, damit ich auch mehr mit kleinen Kindern arbeiten kann. Meine Schüler im Technical Institute sind nämlich zwischen 15 und 25. 😉 Nichtsdestotrotz respektieren sie mich ohne Ausnahme als Lehrer, auch wenn ich teilweise jünger bin als sie (sie sprechen mich auch meistens mit „Master“ oder „Sir“ an :D).

Schulalltag mit seinen Höhen und Tiefen:

Es gibt an unserer Schule sechs Houses in die die Schüler gesteckt werden (wie bei Harry Potter) und zu jedem House gibt es Lehrer, die dafür verantwortlich sind (also auch wie bei Harry Potter :D).

Jeden Tag um 7:15 beginnt das Morningcleaning, wo die Schüler den gesamten Schulcampus unter Aufsicht von uns Lehrern aufräumen (wischen, fegen, weeden (= Rasen mähen ohne Rasenmäher, sonder mit einem langem „Buschmesser“), etc.). Das System wäre ja vom Grundgedanken her ziemlich gut, doch leider stehen die meisten Schüler nur herum und sehen oft einfach ein paar anderen zu, wie sie aufräumen…

Um 7:30 läutet die Glocke zum Morning Essembly, wo sich alle Schüler und Lehrer zusammenfinden, um die Schulhymne zu singen, zu beten und important issues zu besprechen. Um 8:00 beginnt dann auch schon der Unterricht: Jeder Tag hat 8 Schulstunden à 45 Minuten. Es gibt eine 10-minütige Pause nach den ersten zwei Einheiten und eine 50-minütige Mittagspause nach der fünften Stunde, während der die Schüler und Lehrer etwas in der Schulkantine essen können (von Reis über Nudeln bis hin zu Fufu, Yam und Banku). Um drei ist der reguläre Unterricht beendet, jedoch bleiben immer einer oder mehrere von uns Volontären bis um vier in den Computerräumen, damit die Schüler noch bleiben und üben und/oder Fragen stellen können (es haben nämlich nur sehr wenige einen Computer doer Laptop zu Hause, also können sie das Gelernte nur in der Schule üben).

Ich unterriche ausschließlich Fächer, in denen die Schüler mit Computer arbeiten müssen. Zwei Klassen bekommen von mir ICT, also Computer Software (Word, Excel und was sonst noch so alles zum ICDL gehört) beigebracht. Dann habe ich noch zwei Commercial Arts (CA) Klassen, von denen ich eine in Screen Design (Publisher, Corel Draw und Photoshop) und die andere in Website Design (HTML, Dreamweaver) unterrichte. Beibringen muss ich mir das zuvor alles selber, doch da Lukas – mein Vorgäner – letztes Jahr wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet und einige Handouts angefertig hat, ist das alles halb so wild.

Hürden beim Unterrichten:

  • Die Hälfte der Computer funktionieren nicht, da die UPS (sind aufgrund von Stromausfällen, Unter-, Überspannung etc. notwendig) zu alt sind. Doch nachdem wir die defekten UPSs etwas genauer unter die Lupe genommen und mit dem Principal geredet haben, werden bald ein paar neue Akkus organisiert sein und sie sollten wieder funktionieren (bei dem Tempo, das in Ghana so herrscht, könnte das aber eine Weile dauern :D)
  • In der ersten Schulwoche war die Anwesenheit der Schüler eh… Ich sag einfach mal eher zurückhaltend.
  • Wir haben nur zwei Computersäle, die häufig besetzt sind. Außerdem fehlt bei einigen Computern die Software zum Unterrichten (wie also Photoshop unterrichten, wenn es kein Photoshop gibt?)
  • Das Niveau der Schüler (vor allem in Klassen die das erste mal mit Computern arbeiten) ist ziemlich unterschiedlich. Während die einen Fragen, wie man einen Großbuchstaben schreiben kann, ein Leerzeichen macht, oder nach dem zehnten mal noch keinen Doppelklick hinbekommen, muss ich schauen, dass ich anderen etwas schwerere Aufgaben gebe, damit sie sich nicht langweilen und anfangen zu schwätzen (außerdem sollte ja jeder etwas dazulernen…).

Naja, aber wird schon, wir sind drauf und dran die problems zu fixen. Mit etwas Glück haben wir auch bald einen dritten Computerraum (die Tische dafür wurden schon organisiert, nur lässt sich das Government mit den Computern ein wenig Zeit – Ghana eben :D).

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Unterrichten in Ghana

  1. Alexander schreibt:

    hihi hört sich an als hättest du alles unter kontrolle „master“ xD
    Hab mir schon gedacht dass es probleme mit der technik da unten geben würde.
    schreib mal wieder was ..^^

  2. Alexander schreibt:

    wird*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s