Süß hin oder her – irgendwann reicht‘s!

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Ich als Tier- und Katzenliebhaber hab mich ja riesig gefreut, als ich bei unsrer Ankunft im Volo-Bungalow meine einjährige Hauskatze (von den Vorgängern) genannt „Scary“ auffinden durfte (ich vermute der Name kommt aufgrund ihres schreckhaften Gesichtsausdrucks – darüber, ob den Tiere überhaupt besitzen lässt sich streiten, aber ich schreibs jetzt einfach mal so).
Doch die Zeit vergeht und aus einer Katze wurden drei und aus drei sechs. Da war „abspecken“ angesagt! Der verantwortliche Kater für diese Katzenmassenproduktion von 5 weiteren Weibchen ist übrigens weder je vorbeigekommen noch sonst irgendwann gesichtet worden. Nach meiner eingehenden Biologieausbildung in den letzten 8 Schuljahren Gym kann ich allerdings so viel sagen: Wenn ein Katzenbaby schwarz ist, ist es der Vater vermutlich auch!
So, wo war ich nun stehengeblieben? Ach ja, abspecken. Wir haben uns schon nach dem ersten Wurf überlegt eines der beiden Kätzchen zu verschenken, doch irgendwie kam es nie dazu. Doch scheinbar haben unsre heißgeliebten Nachbarsziegen (auf die ich später noch zu sprechen komme) mitbekommen, dass wir eine Katze loswerden wollten. Eines Abends gab es vor unserem Haus ein lautes Kreischen, Ziegengerenne und eines der beiden nun schon ausgewachsenen Katzenjungen kam, die Hinterbeine hinter sich herschleifend, ins Bungalow gekrochen.
Was tut man nun mit einer Katze die ihre Hinterbeine nicht mehr bewegen kann? Tierarzt gibt es in dem Sinn ja keinen. Wir haben uns erst einmal für Abwarten entschieden, bevor wir ihrem Leiden ein Ende setzen wollten. Und siehe da: In den nächsten Tagen und Wochen konnte sie mehr und mehr ihre Hinterbeine bewegen und heute ist sie wieder auf allen vier Pfoten (wobei ein Hinterbein noch etwas krumm zu sein scheint, aber das kriegt sie sehr gut hin).
Ende gut alles gut? Nein, kurz darauf warf unsre sexsüchtige Scary die (oben schon erwähnten) drei weiteren Kätzchen. Da musste etwas unternommen werden! Gesagt getan: die lädierte Katze wohnt nun bei den Lehrern, etwas weiter fern von Ziegen, ein Katzenbaby haben wir einer ehemaligen Schülerin vorbeigebracht und die zwei anderen sind auch schon vergeben (und warten auf ihren Export).
Wer also gut mitgedacht und –gerechnet hat weiß, dass nun nur noch Big Mama Scary und eines ihrer ersten Kindern übrig sind. Und schon wird uns weniger weggegessen, es stinkt nicht mehr nach Katzenausscheidungen und die Wahrscheinlichkeit, im Dunkeln auf eine Katze zu treten hat sich auch stark reduziert. Jetzt machen neben uns Volontären nur noch zwei weitere Tierchen Dreck, was eine gute Überleitung zu unsren heiß geliebten Nachbarsziegen hervorbringt.
Auch diese haben sich im Laufe der vergangenen Monate radikal vermehrt und beehren uns ständig mit ihren wohltuhenden, flatulenten Düften, lautem Geschrei (vor allem wenn sie nachts einander beiwohnen) und (meiner Meinung nach) absichtlich vor unsrer Haustüre platzierten Ausscheidungshäufchen. Was aber das schlimmste an der Sache ist: Mir schmeckt Ziege nicht sonderlich gut, von daher hab ich nicht mal viel davon sie umzubringen (was nicht bedeutet, dass ich nicht schon einige Attentate geplant hatte 😉 ).
Was sich in einer Light-Soup besser macht, aber mir lebendig auch ziemlich auf den Wecker geht (und zwar wortwörtlich) ist Chicken. Wobei ich in dem Fall speziell die Herren der Schöpfung anspreche. Ich weiß ja nicht wie das in Österreich ist, weil da die Hühner und Hähne nicht frei herumlaufen (frei nicht im Sinne von Freilandhühnern sonder wirklich frei, sprich rund ums Haus und weiter), aber ghanaische Hähne scheinen ein massives Problem mit ihrem Zeitgefühl zu haben. Beim krähen des Hahns geht die Sonne auf? Not in Ghana, my friend. Egal ob man gerade beim Frühstück-, Mittag-, oder Abendessen sitzt, in der Schule ist, oder abends mal etwas länger aufbleibt, die Hähne schaffen es rund um die Uhr zu krähen. Und fängt einer erst mal an, machens ihm alle anderen in einem Radius von geschätzten 500 Metern nach.
So ein bisschen Krähen ist nicht weiter schlimm? DOCH, um drei Uhr nachts von einem Hahn der vor deinem Fenster kräht geweckt zu werden ist schlimm!!!
Aber naja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mich hat in Österreich meine Katze geweckt, wenn sie der Zimmertüre miaut hat und nach ein paar Monaten Ghana hab ich es auch geschafft ab und zu das nächtliche Bushkonzert rund um unser Haus zu überschlafen.

Zum Abschluss möchte ich kurz weg von der Tierwelt und noch ein zwei Sätze schreiben:
Es ist möglich, dass meine Blogeinträge den Eindruck vermitteln, ich mache in Ghana nichts anderes als Urlaub. Aber es ist nun mal so dass es sich über andere Dinge leichter schreibt als über die Arbeit und den Alltag in der Schule, ich hoffe das versteht ihr. Von Freunden an der Uni lese ich auf Facebook auch nichts anderes als Freizeitaktivitäten oder Freudensausbrüchen sobald die Uni aus ist, nur mal so als Beispiel.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen angenehmen Samstag Abend. Ich freu mich jetzt auf ein gutes samstägliches Abendessen bei den Salesianern.

PS: Die Bilder sind alle Tierbilder die ich jetzt auf die Schnelle gefunden hab.

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Geburtstagstraditionen

Vorab: Ich geb’s auf… Ich bin einfach kein regelmäßiger Blogger und werde es vermutlich auch nie sein und das hab ich jetzt eingesehen. [Kurze Trauerphase für mich] Also ich werd euch jetzt keine falsche Versprechen mehr geben, in denen ich von konsequenten Einträgen oder sonstigem laber.

Ich bekomme zwar regelmäßige Mahnungen von Family & Friends, dass ich endlich mal wieder was hochstellen soll, aber nehm mir halt doch (wie man unschwer erkennen kann) selten Zeit dafür. Aber da ich mal wieder mit Malaria gesegnet wurde und ich im Bett lieg, gibts was (kurzes) zu lesen:

Wie manche von euch mitbekommen haben, war vergangenen Donnerstag mein Burtzeltag an dem ich eine kleine Feier organisiert habe, da wir am Freitag frei hatten. Und weil ich seit ich in Ghana bin noch nie so wirklich groß gegrillt habe, hab ich mir gedacht, dass ein kleines BBQ (= a Grillfestl) ganz nett wär.

Also sind wir am Mittwoch zum Wednesday Market gefahren und haben gscheid eingekauft: Beef, Chicken, Mais, Kartoffeln (meine erster Kartoffelsalat seit 9 Monaten – wie Fr. Mark sagen würde: WONDERFUL), Tomatensalat mit Balsamicoessig (gesegnet seien meine Eltern!!), Knoblauchbrote und selbstverständlich gabs für den Anlass auch was um die Kehle zu befeuchten: Palmwein, Pito (lokales selbstgemachtes Bier), Bole und ein paar Softdrinks.

Nach dem echt supermegasaugeilen Essen wurde mir von den anderen Lehren befohlen mich auf einen Stuhl zu stetzen. Ach jetzt fällt mir ein, ich hab vergessen zu erzählen was in Ghana am Geburtstag Tradition ist: Wenn man in Ghana Geburtstag hat muss man den ganzen Tag auf der Hut (ich hoff die Hut schreibt man wie den Hut) vor Wasser sein, denn es ist Brauch das Geburtstagskind nochmals zu „taufen“ und das bei jeder sich bietender Gelegenheit.

Da mir die Novizen vor den gesamten Schülern ein Geburtstagsständchen hielten, bei dem ich hochgehoben und herumgetragen wurde, wusste natürlich die ganze Welt, dass ich Geburtstag hatte. Als ich dann zur Mittagspause in die Schulkantine ging wurde ich schon mal von einigen Schülern mit Wasser bespritzt und getauft – eigentlich eh ziemlich witzig und bei 35 Grad sehr abkühlend. Und auch den restlichen Tag über blieb ich nie wirklich trocken. 😀

So jetzt aber wieder zum Stuhl (der zum draufsitzen, nicht der andere). Ich musste mich also auf den Stuhl setzen und da ich gefragt wurde, ob ich auch ja kein Handy oder sonstige wichtige Gegenstände in meinen Taschen habe, wusste ich eh schon was auf mich zukam (nur war mir da die Kreativität der Lehrer noch nicht bewusst – zumindest nicht in dem Ausmaß): Während alle ein ghanaisches Geburtstagslied sangen wurde ich von oben bis unten mit Wasser getauft. Moment, es war ja nicht  nur Wasser. Wie auf dem Bild zu erkennen ist bekam ich zusätzlich zum Wasserschlauch noch eine Flasche Bier und einen Kübel mit Palmwein, Bier, Wasser, Essenresten und was weiß ich was da alles noch drin war ab.

Nach der feinen Abkühlung wars mir vorerst nicht einmal erlaubt mich umzuziehen, weil mir mit einem erneuten Anschlag gedroht wurde. Aber das war halb so wild, weils eh warm war. Wir haben noch guten Kuchen (danke Mama und Papa!!!) gegessen, gsungen und getanzt. Ein in gewissen Aspekten etwas anderer, aber dennoch extrem geiler Geburtstag, den ich vermutlich nie vergessen werde.

Und weil mir der Schluss einfach zu märchenhaft und kitschig klingt, gibts noch was kleines als Outro:

Bananensalat!

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Happa Happa in Ghana!

Nach vermehrten Anfragen kommt jetzt endlich mal der Blogeintrag über all die kulinarischen Spezialitäten, die Ghana so zu bieten hat. Da ich allerdings meine Kamera sehr selten zum Essen mitnehme, gibts leider nicht so viel Anschauungsmaterial, die dem ganzen etwas mehr pfiff verleihen würden. Aber wens intressiert, kann den Spaß den ich hier von mir gebe auch gerne nochmal nachgooglen und sich Bilder anschauen (oder ihr wartet bis ich wieder zurück bin und dann koch ich euch was). Also dann, viel Spaß.

Vorab möcht ich anmerken, dass ich – auch wenn ich in Afrika bin – nicht an Hunger leiden muss. 😉 Ich esse eigentlich mehr als zu Hause, weil mir das Local Food einfach richtig gut schmeckt.

Anfangen möcht ich mit Fufu, weil das einfach DAS Lieblingsgericht der Ghanaen ist. Am besten lässts sich vermutlich mit Kartoffelbrei vergleichen (zumindest von der Konsestenz her; der Geschmack is a bissl anders). Gemacht wird der Spaß aus Kochbananen (Planten) und Casavas. Die muss man zuerst kochen und dann zu a klebrigen Masse pounden (stampfen), was a ziemlicher Kraftaufwand und anstrengend ist. Allerdings wird man danach mit am geilem Essen belohnt.

Die Ghanaen trauen es uns natürlich nicht zu Fufu zu machen (is halt einfach a anstrengende Gschicht), geschweige denn zu essen (gegessen wir Fufu mit Händen, weil dafür a Löffel ziemlich suboptimal wär; ach ja und man kauts nicht, sonder schluckts einfach runter). Kostenpunkt der Kochbanenen und Casava für 4 Personen liegt bei ca einem Euro, wenn ich mich nicht ganz verschätz.

Ganz beliebt sind die sog. Fufu Parties. Oft fragen mich die Schüler, wann wir die nächste Fufu Party machen können und wenn der Termin steht, kommt die ganze Klasse zum Volohaus und es gibt Fufu für alle. 😀

Da die klebrige Masse allein relativ unschmackhaft ist, gibts dazu immer Suppe. Die gängigsten Suppen sind Groundnutsoup (schmeck wie gesagt nach Erdnüssen), Light Soup (so eine art Tomatensuppe) und Palmnutsoup (wird aus Plamnuts gemacht).

Ziemlich ähnlich wie Fufu ist Banku: Des is auch so a Schleim wie Fufu, der aus gemahlenem Mais und Casavas hergestellt wird. Das ganze schmeckt ziemlich säuerlich. Hat mir am Anfang eigentlich gar nicht geschmeckt, aber nach dem  3. mal is es immer besser worden und da mans ja nicht kaut sondern nur schluckt, is der säuerliche Geschmack eh nicht so präsent. Geht dabei eigentlich immer mehr um die Suppe.

Ja dann gibts noch das Kenkey (fragt mich nicht wie man das schreibt, ich schreibs einfach mal so), was sich in den letzten Wochen und Monaten zu meinem Lieblingsessen in der Schulkantine entwickelt hat (leider gibts das nur Montags und Freitags). Kenkey mit pleeeeeeenty of Hot Peppe und Onions. Mmmmh, jetzt hab ich Hunger… Jedenfalls weiß ich nicht ganz genau wie man Kenkey zubereitet, aber es ist im Endeffekt glaub ich ähnlich wie Banku nur härter (lässt sich am besten mit Plastelin vergleichen – Konsestenz, nicht Geschmack) und wie gesagt, ich ess es am liebsten mit ganz viel Hot Peppe.

Und wenn ich schon bei Hot Peppe bin: Mein Lieblingsessen wenn wir unterwegs sind ist Fried Yam mit Hot Peppe. Yam is so a Knolle wie Kartoffel nur größer. Wenn mans fritiert dann schmeckts ungefähr wie Pommes. Für a Portion für Zwischendurch zahlt man ungefähr 0,50 Euro.

Ja, das wären mal so die gängigsten Gerichte in Ghana. Allerdings gibts halt schon auch überall so Sachen wie Nudeln, Rice, Bohnen etc. mit irgendwelchen Stues dazu. Ach, aber ganz vergessen hab ich jetzt Fried Rice with Chicken. Der Reis schmeckt wie in Österreich Fried Rice vom Chinesen und dann gibts halt immer a Chicken dazu. Das ist die gängigste Wahl von Touristen, die somehow „Angst“ vor lokalem Essen haben (wobei das auch irgendwie lokal is). In einem Restaurant zahlt man für Fried Rice mit Chicken ca 2,5€.

An Fleisch gibts prinzipiell alles, was es bei uns auch gibt: Schwein, Hühnchen, Kuh, Ziege etc. Und dann gibts halt auch noch Bushmeat (Grasscutter) und Guinefowl (is so das ghanaische Huhn sag ich mal so – alle Angaben ohne Gewähr (apropos: Lotto gibts auch in Ghana 😉 ).

Wenn man sich Fleisch kaufen will gibts ca 3 Optionen. Da wären die sogenannten Coldstores in denen es importiertes Fleisch zu kaufen gibt (vieles aus Brasilien und Europa), der normale Markt, wo man jeder Zeit hingehen kann und dem Fleischer sagt, wie viel man wovon will (allerdings war das für uns anfangs nicht so appetitlich, da die Hygeniebedingungen soso lala sind und weil dort einfach alles rumliegt – von Ziegenköpfen bis hin zu riesen Haufen von Kuhinnereien… Doch man gewöhnt sich schnell dran und jetzt is es ganz normal das von Fliegen bedeckte Fleisch zu kaufen :D) und dann gibts noch die Schüler, die man bitten kann irgendwas für einen zu schlachten.

Neben den ganzen Hauptgerichten gibts auch tonnenweise Snacks und Dinge für zwischendurch, von denen ich jetzt nur ein paar aufzähle. Da wär z.b. das Fan Ice. Ist im Endeffekt ganz normales Eis (schmeckt irgendwie wie Fruchtzwergeis) in einer Plastiktüte, die man an einer Stelle aufbeißt und es dann auszuzelt – schmeckt sehr geil, aber es steht unterverdacht Durchfall zu bescheren, allerdings müssen noch weitere Tests vollzogen werden. 😉 Kostet ca 0,35€.

Verkauft wird Fan Ice immer von Fan Ice Verkäufern (wer hätts gedacht…), die auf Rädern mit einer Kühlbox herumfahren und so eine kleine Tröthupe (gibts sowas? Egal…) auf sich aufmerksam machen. Das ist meiner Meinung nach eine richtig gute Marketingstrategie. Ich mein, jeder der die eine Hupe hört, weiß, dass es in der nähe Fan Ice zu kaufen gibt, das is voll klug. Ach ja und die meisten Fan Ice Verkäufer haben auch noch ein paar Teigtaschen für 0,25 Euro im Angebot.

Früchtemäßig gibts in Ghana Melonen, Mangos (wachsen bei uns direkt vor der Haustüre – jetzt in der Mangozeit können wir jederzeit rausgehen und uns welche von den Bäumen schießen), Bananen, Ananas, importierte Äpfel, Papaya, Kokosnüsse und noch ein paar Sachen.

Prinzipiell gibts in Ghana eigentlich alles zu kaufen, wenn man weiß wo. In Accra braucht man nicht viel Suchen, weils da sogar ein Einkaufszentrum gibt, aber wenn man sich in Sunyani bissl auskennt, kriegt man auch Käse und Wurst. Das einzige was ich an österreichischem Essen vermiss ist Tiroler Naturjoghurt und Cheesburger von McDonalds, aber ich überlebs noch 5 weitere Monate ohne. 😉 Wenn ich jetzt aber die Wahl zwischen Schnitzel und Fufu hätt, würd ich mich vermutlich für Fufu entscheiden.

Wie man sich in Ghana zu Tisch verhält ist ein wenig anders als in Europa. Schmatzen tut sowieso jeder (ich habs mir mittlerweile auch angewohnt – macht den Geschmack intensiver, allerdings sollt ich das in Europa dann vielleicht wieder lassen :D)und wenn einem mal ein Rülpser entfleucht ist das auch nicht schlimm. Ein Tabu ist es allerdings mit der linken Hand zu essen. Wobei das eigentlich für alles gilt. Man sollte einem nicht die linke Hand zum Gruß hinstrecken, mit der linken Hand winken, etwas mit links entgegen nehmen, etc. Am Essen riechen sollt man auch nicht, weil das als Beleidigung gesehen wird, egal ob man danach lecker sagt, oder nicht.

Es gäb sicher noch einiges zum Thema Essen, das ich schreiben könnte, allerdings hab ich im Moment weder genug Zeit noch Lust dazu. Das ist generell auch der Grund warum ich relativ selten Blogartikel hochstelle.

Also dann,

Byeooooo

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Christmas Holidays Part 3

 

Die Bilder zu diesem Blogeintrag hab ich aus versehen schon beim letzten hochgeladen, also wenn ihr wissen wollt wie das ganze aussieht, dann einfach bei Christmas Holidays Part 2 vorbeischauen, okay? Eye paaaaasst. 😉

Brenu Beach

 

Unser weg zum Brenu Beach führte uns zuerst nach Takoradi und von dort aus war es dann nicht mehr wirklich weit und wir sind bald beim Guest House von Madam Agnes (Empfehlung von Michis Eltern) angekommen. Sie selbst war gerade nicht da, aber einer ihrer Angestellten hat uns gleich mal alle Zimmer gezeigt. Nach ein wenig Überlegen, haben wir uns dann doch dazu entschlossen für die letzten 3 Tage in ein eher luxuriöses Haus zu ziehen. Der Preis war dementsprechend hoch (wobei man für das Geld bei uns z.b. nur in eine schäbige Herberge kommen würde, so viel sei gesagt 😉 ), aber ich wollte meinen Eltern dann doch den Luxus gönnen (das ganze ghanaische Geld hab ich verwahrt, somit hat sich der Spieß mal umgedreht und ich war am Drücker :D). Und ich muss sagen, dass es mir für 3 Tage so auch ganz recht war, wobei ich ansonsten in Ghana sehr wenig wert auf Komfort lege.

 

Das Essen dort war der Wahsinn, weil ich meinen ersten Hamburger seit einer Ewigkeit hatte (so etwas wie McDonalds gibts hier nicht – wobei es in Accra ein Pseudofastfood Restaurant gibt (pseudo deshalb, weil man eine halbe Stunde auf seinen Burger warten darf :D). Hab also jeden Tag mind. einen gegessen, bis es mich zum Schluss dann schon fast genervt hat (und jetzt sehne ich mich wieder danach).

 

Kakum National Park

 

Um zum Kakum National Park (und später auch nach Elmina) zu kommen, mussten wir uns einen Taxifahrer für 10 Cedi pro Stunde mieten (was im Nachhinein zu Disparitäten (Lieblingswort meiner Ex-Geolehrerin) geführt hat, aber dazu später). Nach einer Stunde waren wir auch schon dort und durften volle 30 Cedi pro Person für eine 1-stündige Führung zahlen (für mich als Student (auch wenn ich eigentlich als Lehrer hier bin, aber das muss ja keiner wissen 😉 ) 15 Cedi).

 

Was mich (abgesehen von den immens hohen Preisen (wobei die auch irgendwie gerechtfertigt sind, da es einiges kostet den ganzen Nationalpark aufrecht zu erhalten)) ziemlich gestört hat, waren die ganzen Touristen, aber damit muss man leben, wenn man sich so was anschauen will. 😉

 

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, ist der Kakum National Park mehr oder weniger ein Gehweg auf ca 40 Metern Höhen in den Baumkronen – sprich man geht über wackelige Brücken von Baum zu Baum. Das ganze ist anfangs eigentlich recht aufregend doch verliert nach der 5. Brücke dann doch langsam seinen Reiz. Nichtsdestotrotz war es sehr geil, da oben herumzugehen.

 

Zusätzlich könnte man auch noch eine Nacht im Park selbst verbringen (und zwar in Baumhütten), aber wegen Zeitmangel hab ich das mit meinen Eltern nicht gemacht).

 

Wer sich jetzt fragt, was man in dem Nationalpark sehen kann, weils doch ein Nationalpark ist, der trifft das ganze ziemlich genau auf den Punkt. Ich glaub man hat keine Chance dort jemals exotische Tiere zu sehen. Es leben zwar Forest-Elephants in dem Wald, doch sind die erstens sehr schwer zu finden und zweitens kann man das bei dem Krach und Geschreie was die meisten Leute dort oben veranstalten eh vergessen.

 

Elmina

 

Gesättigt mit Urwaldfeeling sind wir gleich weiter zur Sklavenburg Elmina.

 

Infos über Sklavenburgen und Führung

 

Nach Elmina sind wir dann zurück zum Brenu Beach wo schließlich eine ewig lange Diskussion mit unsrem Taxi fahrer entstand. Ausgemacht war 10 Cedi pro Stunde, doch er meinte wir hatten ihn für den ganzen Tag „gebucht“, also müssen wir 100 Cedi, statt 60 (wir waren 6 Stunden mit ihm unterwegs) zahlen. Also probierte er 30 Minuten auf uns einzureden, auch wenn wir genau wussten, dass auch er wusste, dass 10 Cedi pro Stunde ausgemacht war und fertig. Eigentlich wollten wir dann einfach gehen, weil die Taxifahrer im Nachhinein immer ums Geld jammern (die Straße ist schlecht, es ist staubig, da war eine Polizeistation, ihr seids Weiße also habts es ja, die Benzinpreise sind gestiegen und vieeeeeeeeles mehr), doch dann ist eh die Madam Agnes dazugekommen und hat gefragt was los ist. Darauf hin hat sie auch noch 10 Minuten mit ihm diskutiert bis er es schlussendlich eingesehen hatte, dass er damit nicht durchkommt und gefahren ist.

 

Den nächsten Tag haben wir mit Chillen am Strand verbracht. Für mich wars ein wenig zu ruhig, da wir mehr oder weniger die einzigen am ganzen Strand waren, aber falls sich wer einen Strandurlaub ohne viel Lärm erträumt, der ist hier genau richtig. Wunderschönes Meer, gutes Essen, ewig lange Palmstrände, angenehme Temperaturen – einfach herrlich.

 

Ja und dann wars auch schon so weit und wir sind wieder zurück nach Accra zum Flughafen gefahren. Dort haben wir noch schnell was gegessen und uns verabschiedet. Unsre Eltern sind dann zurück nach Österreich und wir zurück nach Sunyani.

 

Der Abschied viel mir eigentlich nicht sehr schwer, allerdings hab ich seit dem ein wenig mehr Heimweh. Doch wenn ich viel zu tun hab, is es egal, weil ich dann nicht dran denke. Außerdem ist jetzt schon Halbzeit für mich angesagt. 6 Monate sind vorbei und wenn ich so zurückblicke sind die schon viel zu schnell vergangen… Die Zeit ist und bleibt mein größter Feind.

 

Und das wars auch schon von der Holiday-Triologie. Doch schon bald folgen weitere Blogeinträge. Ich bin sehr motiviert. 😉

 

Bis dann madamfos!


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Christmas Holidays Part 2

Diesmal mit gaaaanz vielen Fotos. 😉

Nachdem wir im vermutlich einzigen Kino Ghanas waren (und bei dem Monopol einen dementsprechend hohen Preis von 16 Cedi für Sherlock Holmes 2 gezahlt haben (übrigens ein sehr geiler Film mit waaaahnsinns Slow Motion Effekten)) sind Michi und ich zum Flughafen gefetzt um unsre Eltern nach knapp 4 Monaten Entzug wieder zu sehen.

Da wir noch ein wenig Zeit hatten, bis der Flieger kam haben wir uns beide den besten Kebab der Welt gegönnt (für den hätt ich auch mehr als 5 Cedi gezahlt; er war göttlich). Vielleicht sollte ich anmerken, dass es so etwas wie Kebab in Ghana nicht gibt und er vielleicht deshalb so gut geschmeckt hat. Wobei, doch, es gibt Kebab. Nur ist es was anderes. Und zwar Fleischspieße mit Muskel vom Hühnermagen (= Gizzards). Klingt nicht wirklich appetitlich aber mit nem scharfen Pulver und Onions dazu schmeckt das soooowas von geil, kann ich nur weiterempfehlen (natürlich muss man dabei aber ein Alvaro oder Malt trinken 😉 ). Und da fällt mir wieder ein, dass ich noch immer keinen Blogeintrag über Essen und Trinken gemacht hab… Kommt noch, versprochen (zuerst muss ich aber Fotos sammeln, damit ihr euch auch was drunter vorstellen könnt).

Nach einem netten Wiedersehen und der Übergabe unserer Weihnachtsgeschenke an die Eltern (2x Wasser im Plastiksack :D) schnappten wir uns ein Taxi und sind auf zu den Marist Brothers.

Dort angekommen haben wir noch ein wenig geplaudert und Kekse gegessen. Doch aufgrund von allgemeiner Müdigkeit sind wir gleich darauf auch schon ins Bett.

Amedzofe Waterfalls

Am nächsten morgen sind wir mit einem Rucksack pro Nase (Koffer haben wir vorrübergehend zurückgelassen) zu den Salesianern in Ashaiman gefahren und haben dort kurz mit Br. Günter (österr. Salesianer) gefrühstückt.

Kurze Zeit später haben wir uns auch schon ein pseudoakklimatisiertes Trotro nach Amedzofe gemietet. Amedzofe ist ein kleines Bergdorf auf ca. 800 Metern Höhe in der Nähe von Ho in der Volta Region (ich hoff ich erzähl euch da keinen Blödsinn :P). Als wir dort am späten Nachmittag ankamen, haben wir gleich ne kleine Wandereung auf den zweit höchsten Berg Ghanas (mit stolzen 800-irgendwas Metern) unternommen.

Am Abend gabs dann für jeden leckeres Chicken mit Rice und für die, denen es nicht geschmeckt hat Rice mit Chicken. 😉

So gegen 9 haben wir am nächsten Tag auch schon eine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen (kaum kommen die Tiroler nach Ghana, fangen sie zum Wandern an…). Dazu gibts eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass es halt n Wasserfall ist (für begeisterte oder auch unbegeisterte Leser aus dem Außerfern: hat mir irgendwie ein Feeling wie in den Stuibenfällen gegeben, nur etwas wärmer und mit Würmern die einem unter die Haut kriechen (wenn man Pech hat)).

Am nächsten Tag sind wir zurück nach Ashaiman, von dort aus zu den Marist Brothers um unser Gepäck zu holen und dann direkt zur Busstation nach Sunyani (wenn die Fahrten in Ghana nur so schnell gehen würden wie sich das schreibt… Naja sie sind eh cool (falls man nicht neben der dicken Ghanain sitzt)). Zum ersten und bisher einzigen mal sind wir mit dem ViP Bus gefahren, was ein wenig teurer, viel komfortabler, aber auch umständlicher ist – da man in Kumasi in ein Trotro umsteigen muss. Dafür is es voll de Luxusbus mit nur 3 Sitzen pro Reihe.

In den darauf folgenden Tagen haben wir uns das Projekt (sprich Schule, Boys Home, Boys Hostel etc.), unser Haus und die Stadt inkl. Mark angeschaut. Natürlich sind wir mit unsren Eltern auch in einen Stoffladen und zum Schneider gelatscht, damit sie sich nette Sachen nähen lassen konnten.

Mole National Park

Nach diesem Heimatbesuch gings auf in den Norden zum Mole National Park. Die Fahrt dort hin war… Aufregend. 😉 Bis nach Tamale verlief eigentlich alles relativ reibunglos, doch dort mussten wir auf den Metro Mass Bus nach Mole warten. Warten… Warten… Und warten…

Nach ein paar Stunden wars dann endlich soweit und wir konnten in den für Europäer vollkommen überfüllt wirkenden Bus einsteigen. Einige Minuten nach Abfahrt ging ein paar Reihen hinter uns auch schon eine Streiterei um einen Sitzplatz los. Zuerst haben die zwei Ghanaen nur ein wenig herumdiskutiert, doch schon bald haben sie angefangen sich gegenseitig anzuschreien. Das ganze ging dann so weit, dass sich einer von beiden sein T-Shirt ausgezogen hat um eine art Kampfansage zu machen – für uns sehr amüsant. xD Als der ganze Bus schließlich am „Driver Stop“ schreien war, kam ein Gehilfe nach hinten, klärte das Gezanke, schmiss einen Herren kurzerhand raus und die Fahrt konnte weitergehen. Zumindest so lange bis wieder was passierte.

Auf halbem Weg blieb der Bus plötzlich stehen und nach ein wenig Herumfragen war klar, dass wir ein Breakdown hatten und auf einen neuen warten mussten. Es war glaub ich ca 5 pm als wir ausgestiegen sind, also wurde es bald dunkel. Deshalb machten wir zusammen mit den Ghanaen ein kleines Feuer neben der Straße (dass uns vorbeikommende LKWs nicht über den Haufen fahren).

Ich denke mal den Einheimischen war klar, dass es so schnell nicht weitergehen würde, also sammelten wir gemeinsam mehr und größere Äste für das Feuer. Einer der Ghanaen hatte sogar einen iPod mit kleinem, portablen Soundsystem dabei (die sind echt oft besser ausgestattet als wir…), also war auch gleich für chillige Raggaemusic am Lagerfeuer gesorgt.

Nach 2-3 Stunden teilte uns der Driver mit, dass der neue Bus in 20 Minuten kommen würde, also warteten wir 20 Minuten, 30 Minuten, 40 Minuten und noch länger, bis schließlich klar war: 20 Minutes African Time. Heißt übersetzt soviel wie: Der Bus kommt irgendwann in ein paar Stunden. 😉

Also war nun aufgrund von Lebensmittelknappheit Futtersuche angesagt. Eigentlich wollten wir mit den Ghanaen in den Wald Bushmeat jagen gehen (sehr gutes Fleisch), aber daraus ist irgendwie nichts geworden, also mussten wir Hunger leiden. Die Hoffnung auf ein Entrinnen aus dieser Einöde war gestorben, die allgemeine Stimmung im Volk angespannt und die Aussicht auf Kanibalismus schien nun schon gar nicht mehr so abwägig.

Doch dann, wie aus dem nichts… Ein LKW voll beladen mit Yam-Wurzeln. Wir stoppten ihn, erklärten (uh, jetzt hätt ich erklärten doch fast schon mit h geschrieben) dem Fahrer unsre Situation und mit Freuden gab er uns ein paar Knollen Yam. Die Situation war gerettet, der Hunger gestillt.

Einige Stunden später, irgendwann in der Nacht kam dann auch schon der zweite Bus vorbeit, um uns nach Mole zu bringen. Nach unserer Ankunft war ich dann doch ziemlich geschafft und müde, aber ich wollte trotzdem noch Duschen gehen. Da es wie so oft kein fließendes Wasser gab, hab ich mir einen Kübel geschnappt, ihn mit Wasser gefüllt und mich eben „afrikanisch“ geduscht (was ihr unbedingt mal ausprobieren solltet (vielleicht nicht gerade bei Minusgrade, wies jetzt im Moment der Fall ist :P), weils irgendwie sau cool und viel wassersparender ist, als eine Badewanne mit 50l zu füllen (und das mit heißem Wasser à Stromverschwendung auch noch gleich dabei) oder ewig unter der Dusche zu stehen – ist euch eigentlich mal aufgefallen, wie dumm das ist? Ich wäre euch sehr zu Dank verpflichtet wenn ihr euch unter der Dusche wenigstens: nur schnell nass macht, abdreht, einschampooniert/einduschgelt, Wasser wieder andreht, das Seifenzeugs abwascht und dann auch schon wieder aus der Dusche hüpft. Spart viel Wasser und wenn man warm duscht auch Strom – warm duschen muss man ja eigentlich auch nicht immer; eine kalte Dusche stärkt die Abwehrkräfte, so siehts aus.). Worauf ich aber hinaus wollte, bevor ich euch eines besseren Lebensstils zu belehren versucht hab ist, dass ich, müde wie ich war, ausgerutscht bin und mit dem Kinn voll gegen die Badewannenkante geknallt bin und jetzt ein kleines Cut habe. Doch das war dann auch schon das Ende der lang anhaltenden Pechsträne an diesem Tag (wobei mir das Breakdown eigentlich eh ziemlich gefallen hat :D).

Am Tag darauf hab ich lang geschlafen und bin erst um 11 zum Frühstück am Pool (jop, da gibts nen Pool) gekommen. Das coole am Mole Nationalpark (hab ich überhaupt schon erwähnt, dass es ein Nationalpark ist? Naja jetzt wisst ihrs) ist, dass die Lodge auf einer Erhebung ist und man von dort aus direkt auf die einzige Wasserstelle weit und breit sehen kann. Was so viel bedeutet wie: Man kann von oben aus Elefanten und andere Tiere, die zum Wasserloch schlendern beobachten.

Am Nachmittag sind wir dann direkt in den Nationalpark gegangen (sprich Safari-Tour mit Guide + Gewehr (meiner Meinung nach alles nur Show, aber bitte)) und haben nach Tieren ausschau gehalten. Am nächsten Tag das selbe (je 2 Stunden). Gesehen haben wir 2x Elefanten, vieeeele Antilopen, Krokodile, Vögel und Affen (die sind sogar bei der Lodge oben und klauen einem das Essen, wenn man nicht hinschaut -.-).

Was mir am besten gefallen hat, waren definitiv die Elefanten. Die haben einfach eine gechillte Art und laufen ohne viel Sinn in der Gegend rum. Sie essen so viel, dass sie jeden Tag um die 200kg wieder rauslassen und wenn die Weibchen Schwanger sind, dann für 2 Jahre. Die Viecher verbringen den ganzen Tag damit zu essen, trinken, kacken, schwanger sein und durch die Gegend zu schlendern. Geiles Leben. 😀

Nach Mole haben wir uns von Malia, Paul und Lukas getrennt und sind zurück nach Sunyani gefahren. Diesmal hatten wir keine Panne, dafür konnten wir auf dem Weg 2 umgekippte LKWs sehen. Es wird einem halt doch nie langweilig hier. 😉

Von Sunyani aus gings dann für Michis und meine Familie in den Süden an den Strand. Auf der Fahrt dorthin haben wir uns getrennt, da ich mit meinen Eltern einen weiteren Nationalpark und die Sklavenburgen anschauen wollte. Michi war allerdings mit seinen Eltern schon mal in Ghana, also mussten sie sich den Spaß nicht unbedingt nochmal geben.

Doch die letzte Zeit am Strand schreib ich auch wieder in einem neuen Blog sonst wird der hier zu lang. Aber keine Sorge, lade ihn bald darauf hoch.

Byeoooo

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Christmas Holidays Part 1

Nachdem ich euch über einen Monat drauf warten lassen habe, kommt jetzt endlich der langersehnte (oder auch nicht) Blogeintrag über meine Ferien und den Besuch meiner Eltern.

Ach ja: In meinen Blogs können leicht ein paar Fehler zu finden sein, weil ich zu faul bin, das durchzuchecken (und ich nur ein englisches Rechtschreibprogramm hab). Nobody is perfect (but me of course :P)!

Die Kultur- und Partymetropole Accra

Als am letzten Schultag auch für uns die Glocke läutete (klingt wie ne Einleitung zu einer Kindergeschichte xD), haben wir es nach langem, mühseligen Packen am Abend grad noch rechtzeitig zur Busstation geschafft um sofort den Start in die Ferien zu beginnen. Live mit dabei waren: Gerhard (in Fachkreisen auch Gard genannt), Michi, Chris, Janna, Malia und natürlich der wichtigste: Ich.

Wie gesagt, wir haben am Freitag den Nachtbus nach Accra genommen, sind dort um keine Ahnung wann in der Früh angekommen (solche präzise Aussagen werdet ihr im Verlauf des Blogabends (während ich hier schreibe is grad Abend, also hats bei euch gefälligst auch Abend zu sein, wenn ihr das lest) vermutlich noch öfter lesen, da die Reise doch schon ne Weile her ist und ich mich nicht mehr an all die Einzelheiten erinnere, wer wann aufs Klo gegangen ist and so on (jaja, bin ich selber schuld, blabla, mir egal, sparts euch).Eingenisten haben wir uns dort bei den „Marist Brothers“, weil im Provincial House der Salesianer grad keiner da war.

Nachdem jeder sein Bettchen gefunden und bis zum Mittagessen geschlafen hat, sind wir auch schon auf in die Stadt der Städte: Accra.

Die Marist Brothers liegen ziemlich im Zentrum von Accra, also waren wir relativ schnell dort, wo wir hinwollten. Zumindest dachten wir das… In Accra herrscht höllischer Verkehr, also ging es nur schleppend vorran. Wohin, weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaub aber dass es der Tag war, an dem wir uns den Nkruma Memorial Park angeschaut haben (siehe Bilder), wo sich scheinbar täglich duzende von Brautpaaren an ihrem großen Tag fotografieren lassen. Und da die Ghanaen einfach mal so richtig auf amerikanischen Kitsch abfahren – vermutlich mehr als die Amerikaner selbst-  sind die Bräute extreheeeeemst aufgetackelt (gibt’s das Wort eigentlich?) und haben voll die übertriebenen Kleider.

Nach der Fotosession im Nkruma Memorial Park sind wir (und wieder spekulier ich, ob das auch wirklich der Tag war) ins Arts Center gegangen. Wir waren im November already im Cultural Center von Kumasi, aber das ist kein vergleich zu dem in Accra. Schon als wir noch einige Meter davon entfernt waren sind uns taaaausende (könnt vielleicht auch ein wenig übertrieben sein) Ghanen hinterhergelaufen und wollten uns ihre Kunstwerke andrehen. Tourismus pur; naja, wenigstens is es gut fürs Land.

Da wir allerdings noch etwas länger in Ghana bleiben und uns vorgenommen haben, kurz vor unsrer Abreise ins verschneite Österreich nochmal ins Arts Center zu fahren, haben wir dort relativ wenig Geld liegen gelassen und die meisten Verkäufer sehr enttäuscht.

Kurze witzige Geschichte als Einschub: Ein Ghanae wollte dem Gard eine Trommel für 20 Cedi andrehen, aber er hat grad voll keine Lust auf den kabt, also hat er immer brav „No, maybe next time“ gesagt. Als ihm der Verkäufer schließlich angeboten hat, selber an Preis zu nennen hat er einfach „I give you one Cedi“ gemeint. Die Folge: Er is dem Gard hinterherglaufen nur um ihm zu sagen was für ein A****loch er ist. x) Das hat uns köstlich amüsiert, da die Ghanaen normal eigentlich ein fröhliches und gut aufgelegtes Volk sind.

Nachdem wir jedenfalls mit dem Schlendern durchs Arts Center fertig waren, wollte die Mehrheit eigentlich langsam wieder zurück fahren um noch schnell Duschen zu können, weil wir uns am Abend mit 2 deutschen Volontären aus Ashaiman (Lukas und Paul – kamen mit der Maria zusammen nach Ghana) zum Ausgehen treffen wollten. Doch die liebe Malia hat sich eingeblidet, sie muss jetzt den deutschen Touri rauslassen und mit den Arts Centlern (ich nenn sie mal so) trommeln. Das ganze hat mich ziemlich angepisst (sorry für den Ausdruck, aber ich war damals wirklich schlecht drauf (vermutlich aufgrund von Schlafentzug)), also bin ich für ne halbe Stunde spazieren gegangen (wer sich jetzt fragt, ob da noch was spannendes kommt, wie z.b. eine Story, wo ich von Ghanaen zusammengeschlagen worden bin, der hat sich geirrt. Wollt euch nur mitteilen, dass ich auch mal schlecht drauf sein kann. :P).

Als die Maria endlich ihren Trommelzwang besänftigen konnte sind wir mal blöd durch die Stadt geirrt und haben uns gefragt wie wir wieder zurück kommen, ohne uns ein teures Taxi zu holen. Relativ bald haben wir dann auch schon ein paar Polizisten gefunden, die wir nach dem Weg fragen konnten. Zufällig wollten sie auch in die gleiche Richtung, also haben sie sich wichtig gemacht, ein paar Autos gestoppt um uns über Straßen zu führen, bis wir schließlich wieder bei den Marist Brothers waren.

Nach einer schnelle Dusche und kurzm Sappaaaa (=ghanaische Aussprache für supper, und für die Englischen Gnus unter uns =Abendessen) sind wir auch schon wieder losgefahren. Und zwar in einen Spot names kein Ahnung, hab ich vergessen, is ja auch egal. Jedenfalls war das so ein Restaurant-Bar-Livemusic-Etc. Mix Dings direkt am Strand (das ist das entscheidende 😉 ). Das ganze war so mehr oder weniger unsre Vorglühlocation, da wir später noch in eine Disco wollten, was ein paar Clubs, Stars, Smirnofs, Azonto Dances und geschnorrtem Kuchen (echter Kuuuuuuuuchen!!!) auch der Fall war und schon fanden wir uns in Partylaune am Eingang einer Disco wieder.

Unsre Motivation wurde dort jedoch gleich doppelt zerschmettert als die Securities die Malia wegen ihren Flipflops nicht reinlassen wollten (wie behindert is das eigentlich -.-) und der Eintritt 20 Cedi betrug (mit dem Geld kann ich mir in Sunyani immerhin 10 Bier kaufen…). Doch mit einem netten Frauenblick durfte sie dann doch rein und der Eintritt war für unsre 2 Mädels sogar gratis. Also alles halb so wild (und für ein mal in was weiß ich wie vielen Monaten kann ich mir nen Eintritt von 20 Cedi auch leisten (obwohl schon ziemlich schmerzt (diesmal kein Sarkasmus))).

Es war von Vorteil, dass wir alle schon recht heiter drauf waren, da die Preise in der Disco nach europäischen Standard gerichtet waren und wir uns das als arme Volontäre somit nicht leisten können (ich red hier natrülich nur von uns Männern, die Malia und Janna haben eh immer was von schnöseligen Ghanaen spendiert bekommen, die dürfen sich nicht beklagen 😉 ).

Im großen und ganzen war es eigentlich okay, aber nicht unbedingt 20 Cedi wert, da wir in Sunyani auch eine Disco haben, die ziemlich ähnlich ist, aber nur 5 Cedi Eintritt kostet. Was man in Sunyani allerdings nicht hat, ist erstens die europäische Discomusik (zumindest nicht so viel, wobei Azonto Musik eh viel geiler ist – dazu muss ich ja auch noch nen Blogeintrag machen fällt mir grade (oder auch schief) ein :S) und der Hansl, der im Klo steht und dir den Seifenspender runterdrückt und Papier zum abtrocknen der Hände gibt (jop, ein vollkommen sinnloser, überflüssiger und demütigender Job, aber die reichen Ghanaen bilden sich ein, dass sie das brauchen…).

Doch da wir die 20 Cedi voll ausnützen wollten sind wir bis zum bitteren Ende geblieben und schließlich um 8 in unsre Betten gefallen…

Mittags hieß es dann auch schon wieder Aufstehen und wir haben uns den Independance Square (siehe Bilder), das Fußballstadium (leider war kein Match), den Strand von Accra (meiner Meinung nach nicht unbedingt sehenswert…) und nochmal kurz das Arts Center angeschaut.

Die allgemeine Stimmung an diesem Nachmittag war etwas überdreht und hyperaktiv, also hatten wir ziemlich viel zu lachen. Dabei sind ein paar ganz nette Fotos und tolle Erinnerungen entstanden, aber ansonsten ist nicht sonderlich viel passiert.

Green Turtle Lodge & Esiri Bay (die schreibt man ganz sicher nicht so)

Die Anreise dort hin haben wir uns zwar etwas kürzer und reibungsloser erhofft, aber nach 12 Stunden fahrt und als wir auch das letze Stück – die schlimmste Straße Ghanas – geschafft hatten, kamen wir (zwar im dunkeln, aber was solls) endlich bei der Green Turtle Lodge an.

Die Green Turtle Lodge ist ein relativ ruhiges und idyllisches Resort am Strand. Wie der Name schon sagt, hat man hier die Möglichkeit Schildkröten zu sehen, die blöd am Strand rumhopsen (vor allem hoppsen sie ja so viel…). Doch obwohl die Chancen um die Weihnachtszeit herum am besten stehen, haben wir keine einzige finden können (gut, wir haben uns nicht sonderlich angestrengt und die 10 Cedi Tour war uns auch zu teuer, aber klein Michi hätt schon gern welche gesehn :/).

Doch da das Resort an einem weißen, eeewig langen und beinahe menschenleeren Strand liegt hat uns die Abstinenz der Turtles relativ wenig gesört. Was viel schlimmer war, waren die touristischen Preise, die bei uns fast schon einen Hungerstreik auslösten. 😀 Wir sind dann einfach ins benachbarte Dorf gegangen und haben uns dort mit viel Wasser, Brot, Bananen und Pineapples zugedeckt. Abends haben wir dann aber doch im Resort gegessen (was uns ungefähr das doppelte von den Essensausgaben des restlichen Tages gekostet hat…).

Viel, außer Strandliegen, Bücher lesen, gemütliche Abende verbringen und blöd herumsitzen ist nicht passiert. Und wir sind dann auch schon nach 2 Tagen in ein anderes Resort umgezogen (da wir für die GTL zu spät reserviert haben), das hinter dem naheliegenden Dorf ist und von einer Französin betrieben wird.

Auch dort ist nicht sonderlich viel passiert, außer dass wir einmal mit einem Fischerboot durch die Mangroven gefahren sind (für 10 Cedi pro Person!!!) und am 24. Dezember ein äußerst merkwürdiges Weihnachten gefeiert haben. Zwar waren wir am Anfang alle relativ schlecht gelaunt, da wir uns voll auf ein geiles, großes, weihnachtliches Festmahl (mit Hummer und so) gefreut haben, aber ein für die immens hohen Preise sehr mickriges Christmas-Dinner hatten. Doch als wir neben Kokospalmen am Strand unter einem wunderschönen Sternenhimmel mit kitschiger Weihnachtsmusik lagen, waren wieder alle froh und munter. 😀

Am nächsten Tag sind wir auch schon ganz früh aufgebrochen (sogar die Ghanaen haben noch geschlafen und das will was heißen 😉 ) um meine und Michis Eltern vom Flughafen in Accra abzuholen. Doch da mir grad auffällt, was ich jetzt schon für einen Roman geschrieben hab, spar ich mir das für den nächsten Blogeintrag (der diesmal bisschen früher kommen wird, als nach 2 Wochen – zumindest hoff ich das. Ich muss mich dabei nämlich auf eine Person verlassen, die oft einfach viel zu faul zum Schreiben ist :P).

Ach und beklagt euch nicht sooo über die Kälte (auch wenns schon sau kalt is glaub ich – ich weiß mittlerweile schon gar nicht mehr wie sich Kälte anfühlt :P). Im warmen Haus vor dem Kamin mit einem Kako sitzen is doch eh sau geil. Der Frühling kommt schon noch, don’t worry.

Und für die, die im Außerfern leben: Hoffe es geht schon zum Eislaufen am Plansee, weil das is ja mal das geilste, was der Winter bei euch zu bieten hat. 😉

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Verkehrsmittel und das berühmte Los der dicken Ghanain.

Hallo, ich meld mich wieder mal zu Wort um euch einen netten Schwank aus meinem Leben zu erzaehlen. 😛

Urspruenglich wollte ich zuerst einen Blogeintrag ueber unsere Reiseziele schreiben, doch mittendrin entschied ich mich dafuer, euch zuerst mal das Reisen selbst, mit seinen Hoehen und Tiefen naeherzubringen. Es zu erleben und es erzaehlt zu bekommen (und noch dazu von jemandem wie mir) kann man glaub ich nicht miteinander vergleichen. Meine Eltern habe ich zum Beispiel versucht so gut wie moeglich auf die Reise mit uns vorzubereiten, aber sie haben auch gemeint, dass man darueber reden kann, so viel man will… Mittendrin sein ist doch wieder etwas komplett anderes. Trotzdem geb ich jetzt einfach mal mein bestes. Mal schaun, was draus wird:

Die Hauptverkehrsmittel in Ghana bilden die Taxis, Trotros und diverse Busse in den unterschiedlichsten Formen und Groessen.

Anfangen moechte ich mit den Taxis, da diese von uns mit Abstand am haeufigsten verwendet werden. Ueber die Taxis – oder Fahrzeuge generell – in Ghana laesst sich sagen, dass der Zustand in dem sich die armen Dinger befinden in keinster Weise mit europaeischen Fahrzeugen vergleichbar ist. Die Tueren kann man nicht immer aufmachen, die Fenster lassen sich weder hoch noch runterkurbeln (ja, krubeln… kennt ihr diese Steinzeittechnik noch?), die Bremsen funktionieren nicht immer gut, die Geschwindigkeitsanzeige hat sowieso schon vor Jahren den Geist aufgegeben, der Rueckspiegel fehlt, das Licht geht nicht, Gurte gibts keine (no Anschnallpflicht in Ghana und wenn ich dann doch mal nen Ghanaen frag, warum er keine funktionierenden Gurte im Auto hat, kommt immer die selbe Antwort: “Don’t worry, I have a save car!” – bringt mir viel, wenn wir gegen nen Baum fahren und ich 100 Meter durch die Windschutzscheibe (die eh schon angeknackst ist) segle, aber danke dass dein Auto save is :D), die Blinker sind im Eimer und der staendig aufsteigende Geruch von Diesel, Benzin, Gas oder was auch immer, ist mittlerweile eh nicht mehr wegzudenken (und befriedigt meine Nasebeimtankenausdemfensterhalten-Sucht :D).

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